Kanada: Rocky Mountains Reisetipps

Meine persönlichen Reiseinfos für die Nationalparks im Westen Kanadas

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Die kanadischen Rocky Mountains gehörten immer schon zu meinen „Da-muss-ich-mal-hin-Orten“. Spätestens seitdem ich Bilder gesehen hatte vom Lake Louise, dem smaragdgrünen Bergsee, umringt von mächtigen, weiß bedeckten Gipfeln und einem Schloss ähnlichen Hotel am Ufer, wusste ich, das musst Du einmal mit eigenen Augen gesehen haben. Und so konnte ich es nicht abwarten, bis es endlich soweit war, und ich meinen Roadtrip antreten konnte von Jasper nach Calgary, mitten durch die Bergkette, die den amerikanischen Kontinent von Nord nach Süd durchtrennt. In meinem Reisebericht versuche ich Euch einige Tipps mit auf den Weg zu geben, für Euer ganz persönliches Kanada Abenteuer.

Jasper Nationalpark

Der Jasper Nationalpark ist mit über 11.000 qkm Fläche der größte Nationalpark Kanadas. Der Park wurde im Jahr 1907 gegründet und ist zusammen mit drei anderen Nationalparks in den Kreis des UNESCO Welterbes aufgenommen wurden. Jedes Jahr besuchen mehr als zwei Millionen Gäste den Jasper, um die einzigartige Landschaft zu bewundern und auf den mehr als 1200 km Wanderwegen die Natur zu genießen. Da der Nationalpark so viele tolle Höhepunkte zu bieten hat, und diese hier den Platz sprengen würden, habe ich die schönsten Orte und Landschaften des Parks in meinem Reisebericht "Jasper Nationalpark Reisetipps"  beschrieben.

Der Icefield Parkway

Der Icefield Parkway ist weit mehr als eine Straße, die zwei Nationalparks, den Jasper Nationalpark im Norden mit den Banff Nationalpark im Süden verbindet. Schon oft habe ich Straßenschilder mit der Aufschrift "Scenic route" gesehen, doch selten hatte ein Schild so sehr seine Berechtigung wie hier am Icefield Parkway. Wenn Ihr in google nach" Listen der 10 spektakulärsten Straßen der Welt" sucht, taucht er immer in diesen Listen auf, oft sogar ganz oben. Über 230 km windet sich der Highway durch die kanadischen Rocky Mountains, vorbei an hohen Berggipfeln, blauweiß schimmernden Gletschern, donnernden Wasserfällen und smaragdgrünen Seen. Oft müsstet Ihr gar nicht aus dem Auto aussteigen, die "Million Dollar Views" werden Euch quasi durch die Windschutzscheibe auf dem Silbertablett serviert. Die Straße läuft parallel zur "Great Divide", der großen Wasserscheide, die den nordamerikanischen Kontinent teilt, westlich von hier fließen alle Flüsse in Richtung Pazifik, östlich von ihr fließt alles Wasser in Richtung Atlantik. Vom höchsten Punkt des Parkways, dem Bow Summit mit 2.068m, habt Ihr einen grandiosen Rundumblick auf die höchsten Berggipfel der kanadischen Rocky Mountains.

Der Icefield Parkway ist ebenso der Weg, über den sich im 19. Jahrhundert Scharen von Abenteurern, Goldsuchern und Pelzhändlern auf den Weg in den Hohen Norden machten. Immer in der Hoffnung nach dem großen Glück, Reichtum und Erfolg. Natürlich ist die Straße heute etwas besser ausgebaut als vor fast 200 Jahren. Die 232 km lange, durchgehend asphaltierte Straße von Jasper bis Lake Louise lässt sich theoretisch locker in drei bis vier Stunden schaffen. Aber natürlich gilt hier besonders mein Lieblingsspruch "der Weg ist das Ziel". Alle paar Kilometer laden Parkbuchten und Aussichtspunkte zum Anhalten ein. Viele der Sehenswürdigkeiten liegen unmittelbar am Parkway oder lassen sich vom Parkplatz in wenigen Minuten erreichen. Lasst Euch also in aller Ruhe treiben und nehmt Euch einen ganzen Tag für die Strecke Zeit. Oder besser noch, plant eine Zwischenübernachtung ein. Dann habt Ihr die Möglichkeit, auch die frühen Morgenstunden und den Abend zu genießen, wenn die großen Touristenbusse abgezogen sind und das Sonnenlicht die Landschaft noch imposanter erscheinen lässt, als sie ohnehin schon ist.

Der Banff Nationalpark

Der Banff Nationalpark wurde bereits im Jahr 1885 gegründet, und ist damit der älteste Nationalpark Kanadas und gleichzeitig einer der ältesten der Welt. Benannt wurde er nach der schottischen Region Banffshire. Der Park grenzt südlich an den Jasper Nationalpark, beide Parks werden vom Icefield Parkway durchzogen. Der Banff Nationalpark ist nur gut halb so groß wie der Jasper Park, aber mindestens genau so spektakulär. Über vier Millionen Besucher im Jahr können nicht irren. Genau wie der große Bruder im Norden glänzt Banff mit atemberaubenden Bergpanoramen, türkisfarbigen Seen, gemütlichen Bergdörfern, wilden Flüssen und heißen Quellen. Der Park ist ein Dorado für Fotografen, immer auf der Suche nach dem "picture perfect". Da es im Banff Nationalpark so viel zu sehen gibt, habe ich ihm ebenfalls einen eigenen Reisebericht "Banff Nationalpark Reisetipps" gewidmet.

Der Yoho Nationalpark

Schaut man auf die Landkarte, liegt der kleine Yoho Nationalpark gleich links neben dem Banff Nationalpark. Doch die beiden trennen Welten. Nicht nur politisch, Banff liegt in der Provinz Alberta, Yoho ist bereits Teil der pazifischen Provinz British Columbia. Geologisch liegt der Yoho Nationalpark bereits westlich der kontinentalen Scheide, der Great Divide. Es fällt dort deshalb deutlich mehr Regen und Schnee als im Park östlich der Berge. Der Yoho Nationalpark ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Ihr erreicht ihn ganz leicht, wenn ihr den Icefield Parkway vor Lake Louise verlasst und auf den Transcanada Highway Richtung Westen abbiegt. Der Name "Yoho" stammt übrigens aus der Sprache der Cree Indianer und bedeutet so viel wie Ehrfurcht oder Bewunderung. Ein sehr treffender Name finde ich, man kann sich förmlich vorstellen, wie der Häuptling des Cree Stammes beim ersten Anblick der grandiosen Landschaft diesen Namen ausrief. Auch wenn Ihr nicht viel Zeit zur Besichtigung des Yoho habt, und vielleicht nur einen kleinen Abstecher dorthin machen könnt, die folgenden Sehenswürdigkeiten solltet Ihr nicht verpassen:

Die Natural Bridge

Ihr verlasst den Trans Canada Highway kurz hinter Field und fahrt in Richtung Emerald Lake. Den Aussichtspunkt auf die Natural Bridge könnt Ihr von der Emerald Road aus über eine 3 km lange Zufahrtsstraße leicht erreichen. Die "Natural Bridge" ist, wie der Name ja bereits sagt, eine natürliche Felsbrücke. Über Millionen von Jahren sind die tosenden Wasser des Kicking Horse River durch den Canyon gestürzt und haben sich durch die Kalksteinfelsen gegraben, bis ein natürlicher Brückenbogen entstanden ist. Ein beeindruckendes Beispiel dafür, welche Kunstwerke durch Erosion entstehen können, wenn man der Natur nur genug Zeit gibt, sich künstlerisch zu entfalten. Vom Aussichtspunkt aus gibt es einen kurzen Wanderweg, der es ermöglicht, das Kunstwerk aus den verschiedensten Blickwinkeln zu bestaunen.

Der Emerald Lake

Zurück auf der Emerald Road folgt Ihr dieser weiter Richtung Norden. Nach 10 Fahrminuten erreicht Ihr den See, nach dem die Zufahrtsstraße benannt wurde. Der Emerald Lake ist für mich einer der schönsten Seen in den Rockies. Windgeschützt und glasklar, reflektiert das aquamarine Wasser des Sees die malerische Bergwelt, in den er eingebettet ist, an schönen Tagen wie ein Spiegel. Ihr könnt die Schönheit des Sees von allen Seiten genießen, es gibt einen Wanderweg, auf dem Ihr den Emerald Lake in einer guten Stunde umrunden könnt. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Kanu oder ein Ruderboot auszuleihen und das Naturschauspiel von der Mitte des Sees aus zu bewundern. Wenn Ihr abgehärtet seid (und ein gesundes Herz habt) könnt ihr den See auch durchschwimmen. Aber Vorsicht, das Wasser ist eiskalt, ich habe es ausprobiert! Egal für welche der sportlichen Betätigungen Ihr Euch entscheidet, im Anschluss laden die Picknickbereiche am Ufer des Sees zum Lunch ein.

Reisetipp: Anreise in die kanadischen Rocky Mountains

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Der beste Ausgangspunkt für eine Tour durch die Nationalparks und das Eingangstour in die kanadischen Rockies ist Calgary. Dort hin gibt es Direktflüge ab Deutschland, zum Beispiel mit Lufthansa oder Air Canada. Calgary ist eine nette, weltoffene Stadt mit einem großen kulturellen Angebot. Bestens geeignet für einen kurzen Aufenthalt vor oder nach d er Tour durch die Berge. Seid Ihr im Juli dort, könnt Ihr die "Calgary Stampede" erleben, das größte Rodeo der Welt. Es herrscht dann Ausnahmezustand in der Stadt und die Stimmung ist eine Mischung aus Münchener Oktoberfest und Karneval in Rio. Von Calgary aus könnt Ihr in einer Stunde die Berge erreichen. Die reine Fahrzeit mit dem Auto von Calgary nach Jasper ist locker an einem Tag zu schaffen. Viele Besucherplanen daher ihre Reise so, dass sie "in einem Rutsch" nach Jasper fahren und dann die Tour mit den Besichtigungstagen von Norden zurück nach Süden planen. Wollt Ihr nicht den gleichen Weg zweimal fahren, besteht die Möglichkeit, von Jasper aus über Edmonton und Red Deer zurück nach Calgary zu fahren (wenn Ihr mit dem Mietwagen unterwegs seid, spart Ihr dann je nach Mietwagenanbieter und Tarif die zum Teil teuren Einwegmieten). Oder Ihr beendet die Tour in Jasper oder Edmonton und fliegt von dort mit einem innerkanadischen Zwischenstopp zurück nach Hause.

Reisetipp: Tierwelt in den Rocky Mountains

Apropos Bären. Die Rocky Mountains sind ein riesiger Freiluftzoo und ideal für alle Tierliebhaber. Zoologen haben 69 Säugetierarten in der Region ausgemacht. Die Könige der Tiere sind hier nicht die Löwen sondern die Grizzly Bären. Diese Braunbären sind deutlich größer und schwerer als ihre Verwandten, die Schwarzbären (wenn auch wiederum kleiner als die Braunbären, die man an der Westküste Kanadas und in Alaska trifft). Ein anderes Wahrzeichen der Region sind die Elche, die größten der hier lebenden Hirscharten. Immer wieder verwirrend für uns Europäer ist, dass der Elch in Kanada "Moose" heißt, während der kanadische "Elk" unserem Wapiti Hirsch entspricht. Typisch für die Gegend sind auch die grazileren Verwandten, die Caribous, die es sich oft am Straßenrand und gerne auch mal direkt auf dem Weg bequem machen. Generell solltet Ihr die Tiere, denen Ihr während der Fahrt oder auf Wanderungen begegnet, immer aus sicherer Entfernung beobachten und nicht stören. Bären sind nur in Disneyfilmen und als Plüschtier putzig und können in freier Wildbahn sehr gefährlich sein. Auch im wirklichen Leben putzig sind da schon eher die an vielen Orten zu sehenden Murmeltiere und die "Chipmunks", die niedlichen Streifenhörnchen. Die größten Chancen, einen Braunbären oder einen Elch zu sehen, habt Ihr während der Abenddämmerung, dann heißt es auch besonders vorsichtig und langsam zu fahren, um keine zu enge Begegnung mit Eurem Mietwagen zu riskieren. Die Schwarzbären kann man auch gut während des Tages immer wieder am Wegesrand durch das Gras wandern sehen.

Reisetipp: Eintritt in die Nationalparks

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Um die Nationalparks zu betreten, benötigt Ihr den "Discovery Pass", der Eintritt in alle kanadischen Nationalparks ermöglicht. Die gute Nachricht: während ich diesen Bericht schreibe, ist dieser Pass kostenlos - anlässlich des 150. Geburtstags des Staates Kanada. Die schlechte Nachricht: Für die Reiseplanung 2018, muss der Pass wieder gekauft werden. Es gibt einen Tagespass für CAD 9,80 / Tag, bleibt Ihr 7 oder mehr Tage in den verschiedenen Parks, lohnt sich bereits der Jahrespass, der CAD 67,70 kostet. Es gibt Ermäßigungen für Jugendliche, Senioren, Familien und Gruppen. Alle Infos zum Discovery Pass und Links zum Onlinekauf findet Ihr hier

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