Uganda Gorilla Trekking

Entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Elias Schmidt

Gorilla-Trekking in Uganda: Auf den Spuren der sanften Riesen

Auf der ganzen Welt leben derzeit nur noch rund eintausend Berggorillas. Für Tierliebhaber ist es daher ein besonderes und einzigartiges Erlebnis eine Gorillafamilie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu dürfen. In Uganda ist ein solches Gorilla-Trekking möglich: Touristen können eine an Menschen gewöhnte, aber trotzdem wildlebende Gorillafamilie aus nächster Nähe in ihrem Alltag und natürlichen Umfeld beobachten.

 

Was ist Gorilla-Trekking?

 

Berggorillas sind vom Aussterben bedroht. Von den weltweit noch eintausend existierenden Berggorillas, leben 400 allein in Uganda. Im Bwindi Nationalpark und dem Mgahinga Gorilla Nationalpark können sich Touristen von einem erfahrenen Guide zu einer wildlebenden Gorilla-Gruppe führen lassen und diese eine Stunde lang beobachten. Dieses atemberaubende Erlebnis wird als Gorilla-Trekking bezeichnet.

 

Beim Gorilla-Trekking geht es darum, die Gorillas in ihrem natürlichen Lebensraum und ihrem Alltag zu beobachten, ohne sie zu stören. Gefährlich ist das weder für die Tiere noch für die Menschen, denn die zugänglichen Gorilla-Gruppen wurden an Touristen gewöhnt. Das bedeutet, sie wurden über Jahre hinweg an das Trekking und den Ranger ihres Vertrauens gewöhnt.

 

 

Wie läuft Gorilla-Trekking ab?

 

Bei Tagesanbruch macht sich ein sogenannter Tracker (englisch für "Fährtenleser") auf den Weg zu dem Ort, an dem sich die Gorilla-Gruppe in der letzten Nacht zum Schlafen niedergelassen hat. Von dort aus verfolgt er die Gorillas. Währenddessen erhalten Du und Deine Gruppe eine Einweisung von eurem Gorilla-Guide, der euch alle wichtigen Verhaltensregeln und den Ablauf des Trekkings erklärt.

 

Hat der Tracker die Gorilla-Gruppe gefunden, gibt er ihren Standort per Funk an Deinen Guide weiter. Ihr werdet dann entweder zur Wanderung aufbrechen oder erst eine kurze Strecke fahren und im Anschluss loswandern. Bei der Wanderung solltest Du dich stets hinter Deinem Guide halten, der den Weg für die Gruppe mit einer Machete freischlagen wird. Konzentriere dich gut auf den Weg, um Unfällen auf dem anspruchsvollen Terrain vorzubeugen.

 

Wenn ihr bei der Gorilla-Gruppe angekommen seid, werdet ihr dort eine Stunde verbringen. Du darfst die Tiere fotografieren und als stiller Beobachter an ihren Alltagsaktivitäten wie Fressen, Spielen und der Fellpflege teilhaben. Dein Guide wird Dir außerdem die Dynamiken innerhalb der Gorilla-Familie erklären. Falls die Tiere gerade in Bewegung sind, wird der Guide versuchen, sie zu begleiten und Dir trotzdem eine gute Sicht auf die Gruppe zu verschaffen.

 

Gorilla-Permits: Der Antrag auf Gorilla-Trekking

 

Um die Berggorillas zu besuchen, benötigst Du eine Genehmigung. Sie wird auch als "Gorilla-Permit" (englisch für "Gorilla-Erlaubnis") bezeichnet und von der UWA, der Nationalparkbehörde Ugandas, ausgestellt. In den meisten Fällen übernimmt der Reiseveranstalter das Buchen der Permits, was Dir die Logistik deutlich erleichtert.

 

Das Permit sollte mindestens ein halbes Jahr im Voraus gebucht werden, denn für das Gorilla-Trekking gibt es strikte Limitierungen. Jede Gorilla-Gruppe darf nur einmal am Tag eine Stunde lang von maximal acht Personen besucht werden. In der Hauptsaison, also in den Sommermonaten sowie im Dezember und Januar, sind die Permits dementsprechend schnell ausgebucht.

 

Wichtig: Jedes Permit ist nur 24 Stunden gültig. Auch bei schlechtem Wetter oder Krankheit kannst Du Dein Permit nicht umbuchen und erhältst leider kein Geld zurück.

 

Ein Gorilla-Permit kostet in Uganda rund 600 US-Dollar. Das klingt zunächst nach einer viel zu hohen Geldsumme für nur eine Stunde - doch es hat seinen Sinn. Mit dem Erlös werden Schutzprogramme für die bedrohten Tiere und ihren Lebensraum finanziert. Weiterhin bezahlst Du durch dein Permit die Guides und Ranger, die sich um die Gorillas und das Trekking kümmern. Durch die Schaffung dieser Arbeitsplätze ist es für die Bevölkerung nicht mehr nötig, die Gorillas zu jagen, um Geld zu verdienen.

Wer darf zum Gorilla-Trekking?

 

Am Gorilla-Trekking darf grundsätzlich jeder teilnehmen, der fit genug ist. Denn obwohl sie sich allemal lohnen, sind die Anstrengungen auf dem Weg zu den Tieren groß. Es handelt sich um den natürlichen Lebensraum der Berggorillas, der nicht nur mit Bäumen und Schmetterlingen aufwartet, sondern vor allem mit rutschigen, steilen und steinigen Strecken. Für Gorilla-Trekking musst Du daher in der Lage sein, mehrere Wegstunden bei hoher Luftfeuchtigkeit und anspruchsvollem Terrain zu gehen, klettern oder zu kriechen.

 

Aus demselben Grund beträgt das Mindestalter für Gorilla-Trekking fünfzehn Jahre. Jüngere Kinder können den Weg meist nicht mit Sicherheit bewältigen. Zudem müssen alle Teilnehmenden gesund sein: Berggorillas sind sehr selten und müssen daher vor jeder Infektionsgefahr geschützt werden.

 

Nicht vergessen: Vom Reisepass bis zur Kleiderwahl

 

Bevor Du Dich auf den Weg zum Trekking machst, solltest Du überprüfen, ob Du zwei Dinge dabei hast: den Reisepass und das Permit. Denn ohne Genehmigung und Pass geht gar nichts - und doch vergessen manche Touristen eines von beiden vor Aufregung in der Unterkunft.

 

Du solltest langärmlige Kleidung anziehen, um Insektenstiche und Kratzer durch das Gebüsch zu vermeiden. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der Temperaturen empfiehlt sich ein Zwiebel-Look mit leichter Funktionskleidung und einer Regenjacke. Auch wasserfeste Trekkingschuhe, Gartenhandschuhe und ein Hut dürfen nicht fehlen. Packe zusätzlich Insektenspray, ausreichend Wasser und ein Lunchpaket mit Obst und anderen Snacks ein.

Fünf wichtige Regeln beim Gorilla-Trekking

 

Der Gorilla-Guide wird Dir vor dem Ausflug alle Regeln erklären, die Du beim Trekking beachten musst. Dennoch kannst Du Dir die folgenden fünf Verhaltensregeln schon jetzt einprägen - sie sind definitiv die wichtigsten.

  • Bleibe immer in der Gruppe und halte Dich hinter dem Guide. Er weiß, wo es lang geht und kann euch auch auf schwierigem Terrain gut leiten.
  • Bei der Beobachtung darfst Du Dich nicht hinter dem Silberrücken, also dem dominanten Männchen der Gruppe, aufhalten. Er muss Dich stets sehen können, sonst könnte er Dich als Bedrohung empfinden.
  • Du darfst und solltest Fotos machen, jedoch nur ohne Blitz. Ein Stativ darfst Du nicht mitnehmen, da es die Gorillas durch die lange Vorrichtung an Waffen erinnern könnte.
  • Im Abstand von zweihundert Metern zu den Gorillas darfst Du weder essen noch trinken.
  • Halte stets mindestens sieben Meter Abstand zu den Tieren. Sollte ein Tier diese Regel von sich aus nicht einhalten, senke den Blick und bemühe dich um eine unterwürfige Körperhaltung. Hektische Bewegungen, laute Geräusche und gar Berührungen sind strikt verboten.

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