Kenia Safari: Reisebericht & Erfahrungen

Kenia Safari: Reisebericht & Erfahrungen

Unsere Entscheidung, die Safari durch Kenia in einem Mietwagen zu unternehmen, kann ich rückblickend nur als dumm oder bestenfalls blauäugig bezeichnen. Es war unsere erste Reise nach Afrika, aber nachdem ich vorher schon mit dem Mietwagen durch die USA und Kanada gefahren war, nahm ich an, das funktioniere in Kenia genau gut.

 

Wir machen uns auf den Weg nach Kenia. Wir, das sind auf dieser Reise meine gute, alte Freundin Roswitha - genannt Rossi - und ich. Nach ein paar Tagen zum Eingewöhnen am Strand von Mombasa übernehmen wir unseren Mietwagen und machen uns auf die Fahrt ins Landesinnere. Safari Sana! Have a safe trip! wünscht uns die Dame von der Mietwagenstation.  

 

Die im Kenia Safari Reisebericht erwähnten Orte findest Du am Ende dieses Artikels auch in einer Karte.

 

Unsere Kenia Safari Erfahrungen in 12 Akten: 

 

1. Kenia Reisebericht: Wie beginnt ein Märchen?

2. Kenia Reiseblog: Wann springt der Funke über?

3. Kenia Erfahrungen: Riechen Elefanten gut?

4. Kenia Reisebericht: Wie kalt ist es am Äquator?

 

5. Kenia Reiseblog: Was hätte Bernhard Grzimek getan?

6. Kenia Erfahrungen: Schlafen Löwen tagsüber?

7. Kenia Blog: Wie schnell musst Du laufen, wenn Dich ein Löwe verfolgt?

8. Kenia Reiseblog: Was glänzt da in der Sonne?

 

9. Kenia Erfahrungen: Wie schließt man die Kenianer in sein Herz?

10. Kenia Reisebericht: Was ist die Moral von der Geschichte?

11. Kenia Reiseblog: In welcher Währung bezahlst Du Gastfreundschaft?

12. Kenia Erfahrungen: Welche Ironie des Schicksals wäre es gewesen?

 

Kenia Safari Reisebericht: Karte

Immer noch Lust auf eine Kenia Safari? Tipps & Links für Deine Reiseplanung

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Safari Sana! Reisebericht über unsere Kenia Safari Erfahrungen

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Grand Canyon Nationalpark Sehenswürdigkeiten
Grand Canyon Nationalpark Sehenswürdigkeiten

 

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1. Kenia Reisebericht: Wie beginnt ein Märchen?

 

Am Anfang läuft's bei uns und unserem Mietwagen. Wir fahren durch die Tsavo Region zum Amboseli Nationalpark, vorbei am Kilimandscharo und bis nach Nairobi. Unterwegs merken wir aber, dass unser Geländewagen die besten Tage hinter sich hat. Abgesehen davon, dass das Radio nicht funktioniert (wir haben viel gesungen…)  und die Beifahrertür sich nicht abschließen lässt (in Kenia nicht so gut…), sind die Reifen extrem abgefahren und wir haben gefühlt alle 100 km eine Reifenpanne. Irgendwann kommen wir uns vor wie die Boxencrew beim Formel 1 Rennen. Unsere Bestzeit ist 5 Minuten.

 

In Nairobi fahren wir zur Mietwagenfirma und tauschen unser Auto für die restliche Tour in ein jüngeres um. Mit diesem machen wir uns am nächsten Morgen auf zum Karen Blixen Museum am Fuß der Ngong Berge (die das Buch "Jenseits von Afrika" geschrieben hat…Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge…). Auf dem Rückweg zum Hotel in Nairobi springt der Wagen erst nach mehreren vergeblichen Versuchen an. Wieder zurück zur Mietwagenstation. Dort verspricht man uns, das Fahrzeug über Nacht zu checken. So starten wir am nächsten Morgen mit unserem frisch überholten Geländewagen (glauben wir) in Richtung Norden zum abgelegenen Aberdare Nationalpark. Safari Sana! Have a safe trip, wünscht die Dame von der Mietwagenstation.

 

Der Aberdare Nationalpark gehört zu den weniger besuchten Parks von Kenia, wohl auch, weil er abseits der normalen Touristenrouten liegt. Weltweit bekannt wurde der Park aber 1952, als eine Prinzessin aus England hier die Nacht vom 5. auf den 6. Februar verbrachte. Dies allein wäre sicher nicht in die Geschichte eingegangen, wenn in dieser Nacht nicht im fernen London ihr Vater der König, gestorben wäre - und die Prinzessin plötzlich Königin war. So erzählt man heute noch in der Gegend nicht ohne Stolz, wie damals eine Prinzessin in den Aberdare Nationalpark hineinfuhr und als Königin Elizabeth II. wieder herauskam. So fangen Märchen an.

 

Kenia Safari Reiseblog
Kenia Safari Erfahrungen: Ausschnitt aus Rossis Reisetagebuch

2. Kenia Reiseblog: Wann springt der Funke über?

 

Unser Aberdare Märchen beginnt am Parkeingang. Wir zahlen die Parkgebühr und müssen uns wie üblich in verschiedene Listen eintragen. Ob wir einen der Ranger des KWS (Kenia Wildlife Service) als Guide mit in den Park nehmen wollen, werden wir noch gefragt. Nein danke, wir kommen klar. Safari Sana wünscht man uns, have a safe trip. 

 

Wir fahren durch eine Hochebene von wilder Schönheit. Einsam und abgelegen, ein echter Geheimtipp. Jedenfalls sehen wir den ganzen Tag über kein anderes Auto. Dafür aber viele wilde Tiere. Eine Elefantenfamilie mit Jungtieren wandert aufgereiht wie die Perlen einer Kette durch die Savanne. Ein Löwe überquert kurz vor unserem Auto die Straße. Ein alter Elefantenbulle steht am Wegesrand und stopft sich mit seinem Rüssel Blätter und Zweige in den Mund.

 

Am frühen Nachmittag werden auch wir hungrig und machen Rast an den Karuru Wasserfällen. Nachdem wir unser mitgebrachtes Picknick verdrückt haben, soll die Fahrt weiter gehen. Aber unser Geländewagen springt wieder nicht an. Wir reagieren gelassen, schließlich hatten wir es am Vortag ja auch geschafft, den Wagen zum Laufen zu bringen. Und in der Nacht wurde er auch nochmal gecheckt. Doch auch nach mehreren Versuchen springt der Funke nicht über. Zum Glück stehen wir auf einer Kuppe, die Straße vor uns geht ziemlich steil bergab.

 

Rossi setzt sich ans Steuer und ich versuche das Fahrzeug anzuschieben, bis es langsam den Hügel runter rollt. Der Anlasser gurgelt und gurgelt. Der Motor springt nicht an. Der Wagen rollt aus und kommt am tiefsten Punkt der Straße zum Stehen. Ich springe schnell wieder ins Auto, obwohl ich keine Tiere in der Umgebung sehe. Als Tochter eines Spediteurs versteht Rossi deutlich mehr von Autos als ich. Wir stochern im Motorraum herum und zupfen und rütteln an verschiedenen Kabeln und Schläuchen. Ohne Erfolg.

 

Kenia Safari Reiseblog
Kenia Safari Reisebericht: Elefanten Familie, nach Größe sortiert (Anmerkung: Anders als bei anderen Reiseberichten habe ich von dieser Tour leider keine Originalbilder. Dieses Foto habe ich auf einer Safari in Südafrika aufgenommen).

3. Kenia Erfahrungen: Riechen Elefanten gut?

 

Wir warten im Auto. Sicher wird ja irgendwann ein anderes Fahrzeug  vorbeikommen, das uns Starthilfe geben oder abschleppen kann. Doch niemand lässt sich sehen. Uns dämmert, dass wir uns in einem abgelegenen Teil eines ohnehin wenig besuchten Parks befinden. Und natürlich gibt es hier keinen Handyempfang. Die Sonne sinkt tiefer und färbt den Horizont rot. Wir schöpfen Hoffnung, die Ranger am Parkeingang werden jetzt feststellen, dass wir den Park noch nicht verlassen haben - schließlich haben wir uns ja mit Uhrzeit und Autokennzeichen in ihre Listen eingetragen - und sie werden nach uns suchen. Glauben wir.

 

Es wird dunkel und da wir uns fast am Äquator befinden, geschieht dies so schnell, als habe jemand das Licht ausgeknipst. Wir sitzen im Fahrzeug und lauschen in die Nacht. Auf das Geräusch eines herankommenden Autos. Oder vielleicht sogar auf einen Hubschrauber, wie bei der Rettungsaktion in einem Actionfilm. Doch weder Geräusche noch Scheinwerfer durchdringen die sternklare Nacht.

 

Zum Glück haben wir einen Kanister mit Wasser dabei (soviel hatten wir schon gelernt). Zum Dinner gibt es Kekse, Erdnüsse und Wasser. Plötzlich steht ein Elefantenbulle vor uns. Völlig geräuschlos war er die Straße entlang gewandert und kommt nur Zentimeter vor unserem Auto zum Stehen. Wie können so große Tiere so leise sein? Er scheint genauso überrascht wie wir. Können Elefanten Nachts gut sehen? Oder hat er die Erdnüsse gerochen? Und die wichtigste Frage: Können Elefanten Autos umwerfen? Nach ein paar Augenblicken trottet er um unser Fahrzeug herum und setzt seinen Weg fort - genauso lautlos wie er gekommen war. Wir essen die Erdnüsse auf.

 

Kenia Safari Reiseblog
Kenia Reisebericht: Dies ist natürlich auch kein Originalfoto. Aber so ähnlich muss die Begegnung ausgesehen haben (nur dass unser Elefant kein asiatischer, sondern ein afrikanischer war - also größer und mit längeren Stoßzähnen.)

Travel Bloke Lesetipp: Wenn Du auch einen etwas entspannteren Kenia Reisebericht lesen möchtest: In meinem Artikel lll➤ Ein perfekter Safari Tag erzähle ich Dir, wie ein typischer Tag in einer komfortablen Safari Lodge aussieht. 

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4. Kenia Reisebericht: Wie kalt ist es am Äquator?

 

Es wird kalt. Richtig kalt. Zwar befinden wir uns nur wenige Kilometer südlich des Äquators, aber gleichzeitig im Hochgebirge auf fast 2.000 Metern. Am Tag war es in der Sonne warm bis heiß und wir sind am Morgen in Shorts und T-Shirt losgezogen. Mehr als ein langärmliges Sweatshirt haben wir nicht im Handgepäck, denn eigentlich wollten wir längst zurück im Hotel sein. Es wird Nacht. An Schlafen ist nicht zu denken. Unsere Gedanken kreisen. Längst haben wir die Hoffnung aufgegeben, dass die Ranger nach uns suchen. Wie oft mussten wir uns auf unserer Tour umständlich in die Listen des KWS ein- und wieder austragen und wie oft hat uns diese analoge Bürokratie genervt. Wahrscheinlich wurde die Liste in der Zwischenzeit ordentlich in einem Ordner abgeheftet. 

 

Wir fragen uns, was ist ein Leben wert in Afrika? Soviel Armut und Fatalismus haben wir in den letzten Wochen auf unserer Tour durch Kenia gesehen, ohne sie wirklich zu begreifen. Vielleicht hat ein Leben hier ja nicht den gleichen Stellenwert wie bei uns? In einem Land, in dem viele sich mit ihrem Schicksal abgefunden haben. Wie hoch ist die Lebenserwartung in Kenia? Wieviel zählt das Leben von zwei Touristen, die diese Lebenserwartung vielleicht schon erfüllt haben?

 

Es wird immer kälter. Wir kauern uns auf dem Rücksitz zusammen und bedecken uns mit den Gummimatten, die im Fußraum des Wagens liegen. Der Isoliereffekt ist beschränkt und es riecht nach Gummi. Wir haben viel Zeit zum Nachdenken. Was, wenn auf unserer einsamen Straße auch während der nächsten Tage kein Auto vorbei kommt? Und niemand nach uns sucht? Ob dem Besitzer unseres Hotels auffällt, dass unser Zimmer in dieser Nacht leer bleibt? Und am nächsten Tag die Polizei informiert? Wir bezweifeln es. Von den fünf Litern Wasser, die wir am Morgen mitgenommen hatten, sind noch knapp 2 Liter übrig. Außerdem gibt es noch Kekse.

 

Kenia Safari Reisebericht
Kenia Safari Erfahrungen: Aus Rossis Reisetagebuch

5. Kenia Reiseblog: Was hätte Bernhard Grzimek getan?

 

Während der Nacht reift der Plan, am nächsten Tag zu Fuß weiter zu laufen. Spätestens, wenn das Wasser aus ist, bleibt uns ohnehin keine andere Möglichkeit. Gegen diesen Plan spricht allerdings, dass wir uns mitten in einem Nationalpark voll mit wilden Tieren befinden - wie wir während des Tages immer wieder festgestellt haben. 

 

Was wird passieren, wenn wir zu Fuß auf einen Elefanten oder einen Löwen treffen? Werden sie uns in Ruhe lassen, wenn wir Abstand halten? Oder fühlen sie sich gestört? Wir versuchen uns an alte Dokumentarfilme von Bernhard Grzimek und Heinz Sielmann zu erinnern, die diese Fragen bestimmt beantwortet haben. Je länger die Nacht dauert, desto mehr kriecht die Kälte in unser Auto und unsere Körper. 

 

Ist es eine Fata Morgana? Wir glauben am Horizont einen ganz schmalen hellen Streifen zu sehen. Ist das der Beginn des neuen Tages? Der Streifen wechselt seine Farbe von Hellschwarz in Dunkelrot. Genauso schnell wie sie am Abend am Horizont verschwand, steigt die Sonne jetzt nach oben und verleiht der Landschaft für ein paar Minuten einen roten Glanz. Ein neuer Tag hat begonnen. Für uns ein Entscheidender. 

 

Kenia Safari Erfahrungen
Kenia Safari Reisebericht: Sonnenaufgang über der Savanne

6. Kenia Erfahrungen: Schlafen Löwen tagsüber?

 

Wir öffnen vorsichtig die Autotür und schauen uns um. Der Park liegt ruhig und friedlich vor uns. Die Sonnenstrahlen erwärmen die Luft. Wir schütteln unsere verkrampften Gliedmaßen. Zum Frühstück gibt es Kekse und eiskaltes Wasser. Die Zahnbürsten liegen leider im Hotel. In unserem Reiseführer wird der Aberdare Nationalpark nur auf wenigen Seiten beschrieben. Es gibt keine richtige Karte, aber so etwas wie eine gezeichnete Skizze, auf der Straßen und einige Orte im Park mit Entfernungsangaben eingetragen sind.

 

Während des Frühstücks studieren wir die Karte. Wenn wir sie richtig interpretieren, soll es circa 6 -8 km nördlich auf unserer Straße einen Campingplatz geben. Ein Campingplatz, das bedeutet Menschen, Handyempfang, Rettung. Vielleicht. Aus den Erinnerungen der alten Grzimek Filme haben wir hervorgekramt, dass Löwen und Elefanten hauptsächlich nachts aktiv sind und jagen bzw. grasen. In der Mittagshitze ruhen sie sich oft im Schatten aus. Unser Plan: Wir warten, bis es am Mittag richtig heiß ist. Dann machen wir uns auf den Weg zum Campingplatz.

 

Doch es bleiben offene Fragen: Werden die Tiere dann wirklich im Schatten liegen oder haben sie hier in der Gegend einen anderen Tagesrhythmus als in den Tierdokus? Vielleicht war die Jagd des Löwen in der Nacht nicht erfolgreich und ihm knurrt noch der Magen? Haben wir die Skizze richtig interpretiert und der Campingplatz befindet sich wirklich nur gut eine Stunde Fußmarsch entfernt? Oder werden wir immer weiter laufen ohne auf ein Zeichen der Zivilisation zu stoßen - bis es wieder dunkel wird? Was dann?

 

Kenia Safari Reiseblog
Kenia Safari Erfahrungen: Ausschnitt aus Rossis Reisetagebuch

7. Wie schnell musst Du laufen, wenn Dich ein Löwe verfolgt?

 

Wir versuchen uns abzulenken. Letzte Versuche, den Wagen zu starten, bleiben erfolglos. Rossi reißt ein paar Seiten aus ihrem Reisetagebuch (das sie immer dabei hat) und schreibt auf, was passiert ist. Für den Fall der Fälle hinterlässt sie auch die Kontaktdaten ihrer Eltern. Die Zettel legen wir ins Handschuhfach.

 

Ich suche in der Zwischenzeit nach Waffen. Leider gibt es in der Nähe weder geeignete große Äste noch Steine. Wir legen uns aber den wuchtigen Wagenheber und den Kreuzschlüssel zu Recht. Beide haben uns auf dieser Reise schon gute Dienste geleistet und eignen sich bestimmt auch als Waffe bei einem Löwen- oder Elefantenangriff. Zumindest ist unsere Hoffnung, dass uns der Löwe beim Anblick dieser Waffen aus Mitleid - oder geschüttelt von einem Lachkrampf - verschont. Ob unsere Pläne Sinn machen oder nicht - sie lenken ab und schneller als gedacht wird es Mittag. Wir trinken das restliche Wasser aus dem Kanister. In einem Survival Buch habe ich mal gelesen, der beste Aufbewahrungsort für Wasser ist der eigene Bauch.

 

Wir diskutieren die Frage, wie wir uns verhalten, falls wir wirklich von einem Tier angegriffen werden. Der alte Safari Witz "Du musst nicht schneller laufen als der Löwe, Du musst nur schneller sein als Dein Reisegefährte" gewinnt auf einmal eine ganz praktische Bedeutung. Soll der andere in einem solchen Fall versuchen weiterzulaufen, um doch noch Hilfe zu holen? Wir sind uns einig, dass es keinen Sinn macht, diese fast philosophische Frage im Voraus zu diskutieren. Falls es dazu kommt, wird der Instinkt entscheiden. 

 

Kenia Safari Reiseblog
Kenia Safari Reisebericht: Hoffentlich ist der Löwe in der Nacht satt geworden... (nein, auch kein Originalfoto)

8. Kenia Reiseblog: Was glänzt da in der Sonne?

 

Wir werden ungeduldig und wollen nicht länger warten. Doch der Schritt, den Schutz des Autos zu verlassen und einfach loszulaufen, fällt schwerer als erwartet. Schon nach der ersten Biegung können wir das Auto nicht mehr sehen. Jetzt sind wir auf uns alleine gestellt. Das Adrenalin pumpt durch die Arterien, unsere Sinne sind merkwürdig geschärft. Hinter jedem Busch hören wir das Gähnen eines Löwen, hinter jeder Kurve erwarten wir, vor einem Elefanten zu stehen.

 

Im Sand auf dem Weg vor uns sind Spuren. Wir erkennen Tatzen und Pfoten, aber wie nennt man die Füße eines Elefanten? Ich kann mich nicht mehr an viele Einzelheiten unserer Wanderung erinnern. Wir befinden uns in einem Zeittunnel.  Irgendwann - war es nach 5 Minuten oder 5 Stunden? - sehen wir in der Entfernung am Straßenrand etwas im Sonnenlicht glänzen.

 

Unsere Schritte werden schneller und je mehr wir uns dem glitzernden Objekt nähern, desto besser erkennen wir die Umrisse eines Schildes. Ein Wegweiser. Das bedeutet Zivilisation. Menschen. Wir gehen noch schneller und entziffern schließlich den Text des Wegweisers: FISHING LODGE 1 km.  Es keimt Hoffnung auf. Den letzten Kilometer sprinten wir über die staubige Straße, bis wir rechts am Wegrand die Umrisse von einigen Dächern erkennen. Ist das das Ende unserer Wanderung? Oder nur eine verlassene Hütte ohne Menschen?

 

Sehenswertes in LAND
Kenia Safari Reisebericht: Ausschnitt aus Rossis Reisetagebuch

Kenia Information &  Inspiration

 

Wenn Du noch einen guten Kenia Reiseführer für Deine Vorbereitung suchst:

 

Ein wie ich finde sehr guter und visuell hervorragend aufgemachte Reiseführer über Kenia ist der von  ᐅᐅᐅ Vis-a-Vis. 

 

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9. Kenia Erfahrungen: Wie schließt man die Kenianer in sein Herz?

 

"Hello, Hello" rufend nähern wir uns den Hütten und Patrick tritt in unser Leben. Wahrscheinlich waren wir noch niemals so froh, einen fremden Menschen zu erblicken. Falls Patrick überrascht war, zwei verstaubte Touristen zu Fuß durch den Park wandern zu sehen, hat er dies taktvoll überspielt. Zum Glück spricht er sehr gut Englisch und wir erfahren, dass er tatsächlich der Verwalter der Fishing Lodge ist, eine Unterkunft mit einigen Hütten zum Übernachten und Stellplätzen für Camper. Doch Patrick ist nicht wirklich auf Gäste eingestellt, es ist Nebensaison und schon seit Tagen haben sich keine Touristen hierher verirrt.

 

Wir erklären ihm mit wenigen Sätzen, warum wir hier sind und Patrick scheint nicht besonders erstaunt oder gar entsetzt zu sein. Unsere Frage nach Handyempfang verneint er, doch er zeigt uns stolz sein altes Funkgerät. Mit diesem kontaktiert er die Ranger Station und berichtet von seinen Überraschungsgästen. Da das Gespräch auf Swahili (oder einer anderen lokalen Sprache?) geführt wird, und das Funkgerät knackt und rattert, verstehen wir nichts von der Unterhaltung.

 

Wir erfahren aber, dass die Ranger uns abholen und zu unserem Hotel nach Nyeri bringen werden. Irgendwo fällt eine große Last von unseren Schultern. Aber bei mir ist noch nicht wirklich Platz für Erleichterung, Dankbarkeit oder andere Empfindungen. Ich bin ganz plötzlich nur ziemlich müde. Und unheimlich hungrig.

 

Kenia Safari Erfahrungen
Kenia Safari Reisebericht: So ungefähr habe ich Patrick in Erinnerung

Travel Bloke Lesetipp: In meinem Blog Artikel lll➤ Die spektakulärsten Nationalparks von Kenia erhältst Du viele Tipps und Infos über die 10 schönsten Parks des Landes. 

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10. Kenia Reisebericht: Was ist die Moral von der Geschichte?

 

Ich muss gestehen, dass ich die Kenianer zuvor nicht so in mein Herz geschlossen hatte, wie die Menschen in anderen Ländern, die ich bereiste. Zu oft scheinen die Menschen, denen wir hier begegnen, nur ihren Vorteil zu suchen und ein paar schnelle Shilling an uns Touristen verdienen zu wollen. Die jungen Männer in der Stadt oder am Strand, die sich als Guide aufdrängen oder Dir irgendwas verkaufen möchten. Die alten Männer an den Tankstellen, die unsere defekten Reifen zu Phantasiepreisen flicken. Die Hotelangestellten, die für jede Dienstleistung ein gesondertes Trinkgeld einfordern. Aber kann man es diesen Menschen, die jeden Tag um ihre Existenz kämpfen verdenken,  wenn sie die beiden blassen Touristen, die mit einem dicken Geländewagen durch ihr Land fahren, hauptsächlich als willkommene Einnahmequelle wahrnehmen?

 

Vielleicht ist es ja die Moral dieser Geschichte, dass wir ohne die Autopanne nie die Bekanntschaft von Patrick gemacht hätten. Ein lächelnder Kenianer undefinierbaren Alters und mit fehlendem Schneidezahn. Der unaufgeregt und ohne große Worte das Wenige was er besitzt mit uns teilt. Auf dem Holzfeuer des Ofens kocht Patrick Wasser und nach ein paar Minuten serviert er uns heißen, süßen Tee in alten, bunten Plastikbechern. Wunderbar.

 

Und Patrick wäre kein Kenianer, wenn er nicht die Kunst der Improvisation beherrschte. Er macht sich mit seiner Angelrute auf den Weg und kommt kurze Zeit später mit drei frisch gefangenen Forellen zurück. Das Feuer im Ofen brennt noch und schon bald serviert uns Patrick ein Mittagessen, bestehend aus Fisch, Ugali (dem afrikanischen Maisbrei), Zwiebeln und einem Lächeln mit fehlendem Schneidezahn.

  

Kenia Safari Reiseblog
Kenia Safari Erfahrungen: Ausschnitt aus Rossis Reisetagebuch

11. Kenia Reiseblog: In welcher Währung bezahlst Du Gastfreundschaft?

 

Gerade in Sicherheit und gesättigt, spüre ich bereits wieder die Ungeduld unserer westlichen Zivilisation in mir aufsteigen. Wir sind jetzt seit drei Stunden hier und genießen Patricks Gastfreundschaft, aber von den Rangern noch keine Spur. Auf meine Nachfrage reagiert Patrick halb amüsiert, halb überrascht. They will come. No problem. Hakuna Matata.

 

Zum zweiten Mal sehen wir die Sonne im Aberdare Nationalpark untergehen und wie am Vortag wird es schnell dunkel. Wir sitzen in Patricks Verwalterhütte bei unserem fünften Becher süßen Tee und lernen etwas über das manchmal einsame Leben eines Campingplatzverwalters in einem vergessenen Winkel dieser Welt. Eine der seltenen Gelegenheiten für eine authentische Begegnung mit einem Einheimischen. Doch Patrick scheint unsere Erschöpfung zu spüren und bietet uns netterweise eine der Hütten zum Ausruhen an.

 

Wir trauen uns zwar nicht, uns mit unseren verstaubten und verschwitzten Klamotten auf die frisch überzogenen Betten zu legen, genießen aber die Ruhe und bauen langsam das in unseren Arterien aufgestaute Adrenalin ab. Beim Blick aus dem Fenster entdecken wir in der Dunkelheit einige Schatten. Eine Herde Elefanten wandert gemächlich und friedlich grasend durch die Anlage der Fishing Lodge. Wir beobachten das Schauspiel aus der Sicherheit unserer Hütte. Etwas später hören wir tatsächlich das Geräusch eines heranfahrenden Autos und kurz danach sehen wir Scheinwerfer durch die Nacht leuchten. Die Ranger sind da.

 

Jetzt geht es ganz schnell. Die beiden Ranger mit ihrem großen Geländewagen haben nur wenige Fragen und spulen die Rettungsaktion routiniert ab. Ob sie ähnliche Evakuierungen regelmäßig durchführen? Nur kurz wird diskutiert, ob wir für den zusätzlichen Tag im Park Eintrittsgebühren nachzahlen müssen. Welcome to Kenya. Aber sie haben Nachsicht mit uns. Im Gegenzug verkneifen wir uns die Frage, ob ihnen anhand der Listen nicht aufgefallen war, dass wir uns noch im Park befinden.

 

Wir verabschieden uns von unserem Retter Patrick und danken ihm mit wenigen Worten. Asante Sana. Vielen Dank. Soviel Swahili haben wir schon gelernt. Wir trauen uns nicht, ihm für seine Gastfreundschaft Geld anzubieten. Es fühlt sich irgendwie nicht richtig an.

 

Kenia Safari Reiseblog
Kenia Safari Erfahrungen: Shadows in the Night (kein Originalfoto)

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12. Kenia Erfahrungen: Welche Ironie des Schicksals wäre es gewesen?

 

Während der Rückfahrt dösen wir auf dem Rücksitz des Land Rovers. Die Heizung sorgt für wohlige Wärme. Wir fahren durch die Dunkelheit und lassen die Gedanken wandern. Queen Elizabeth betrat den Aberdare Nationalpark als Prinzessin und verließ ihn als Königin. Diese märchenhafte Beförderung bleibt uns verwehrt. Wir betraten den Park als ziemlich naive Touristen und verlassen ihn immerhin lebend und mit etwas mehr Lebenserfahrung. Erfahrung, die Du nur in einer Extremsituation sammelst, wenn Du mit einem Wagenheber bewaffnet durch die Heimat von Löwen und Elefanten wanderst.

 

Als wir bei unserem Hotel in Nyeri ankommen, ist dieses bereits für die Nacht geschlossen und wir stehen vor verriegelten Toren. Wir versuchen am Gebäude vorbei in den hinteren Teil der Hotelanlage zu kommen, wo sich unser Bungalow befindet. Plötzlich steht ein finster blickender Mann in Camouflage Uniform und mit Gewehr im Anschlag vor uns. Der Nachtwächter, der die Hotelanlage vor ungebetenen Gästen bewacht.

 

Was für eine Ironie des Schicksals wäre es gewesen, wenn wir - statt von einem Löwen oder einem Elefanten - zehn Meter vor unserem Hotelzimmer von einem Menschen gekillt worden wären? Wir feiern seitdem den St. Patricks Day nicht am 17. März, sondern am 24. Januar. Und trinken einen Becher süßen Tee in Erinnerung an unseren Retter, den Mann mit dem fehlenden Schneidezahn aus den Bergen von Aberdare. 

 

Kenia Safari Erfahrungen
Kenia Safari Reisebericht: Wir verlassen den Aberdare Nationalpark mit etwas mehr Lebenserfahrung...

Dieser Reisebericht ist übrigens auch Teil von Kathleens Blogparade lll➤ Eure Verrückteste Reise, mit vielen weiteren spannenden Reiseerlebnissen. Viel Spaß beim Schmökern!


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1. Kenia Flüge

 

 

Alles beginnt mit dem richtigen Flug. Wenn Du einen guten und günstigen Flug nach Nairobi oder Mombasa suchst, empfehle ich Dir die ᐅᐅᐅ Flugsuchmaschine Kayak, die ich für meine Flugrecherchen hauptsächlich benutze. Dort findest Du transparente Preisvergleiche für die besten Flugdeals sowie Flugverbindungen und Zeiten aller wichtigen Airlines.

 

Ausführliche Infos zum Thema Flüge buchen im Internet erhältst Du auch in meinem Blog Artikel lll Die besten Flugsuchmaschinen

 


2. Kenia Hotels & Lodges

 

Im nächsten Schritt kannst Du in den verschiedenen Orten Deiner Kenia Reise die passenden Hotels und Unterkünfte suchen.

 

Ich nutze für meine Reiseplanung fast ausschließlich die Hotelbuchungsseite von  ᐅᐅᐅ booking.com, dem größten und nach meiner Erfahrung professionellsten Buchungsportal.

 

Alles Vorteile und Nachteile der wichtigsten Hotelbuchungsseiten im Internet sowie viele Tipps & Tricks beim Suchen des besten Hoteldeals findest Du in meinem ausführlichen Blogartikel lll Die besten Hotelsuchmaschinen.

 

 

Die folgende Karte gibt Dir einen ersten Überblick über das Preisniveau der Hotels in Kenia. Zum zoomen kannst Du auch direkt in die Karte klicken:

Booking.com

3. Kenia Rundreisen & Safaris

 

Wenn Du eine Kenia Rundreise buchen möchtest, stellen sich viele Fragen: Wo reise ich in einer kleinen Gruppe? Welche Rundreisen sind speziell für junge Leute, für Familien oder für Alleinreisende geeignet? Welche Rundreisen haben einen Focus auf Kultur, Natur oder Abenteuer?

 

Mit meinen Journaway ᐅᐅᐅ Kenia Rundreisen Vergleich Tool kannst Du das Angebot nach vielen Kriterien filtern & sortieren, um so die für Dich ideale Kenia Rundreise zu finden. 

 

Beste Kreditkarten für Reisen

Welche Kreditkarte für Deine Kenia Reise?

 

Die bei Weltenbummlern beliebteste Reise Kreditkarte ist die VISA GenialCard. Für mich hat die Karte der Hanseatic Bank alles, was mir als Vielreisendem wichtig ist: Keine Jahresgebühr, weltweit kostenlose Bargeldabhebung an allen Automaten mit VISA Symbol sowie keine Auslands- und Fremdwährungsgebühren. 

 

Alle Details findest Du in meinem ausführlichen lll Kreditkarten Test oder direkt bei der ᐅᐅᐅ VISA GenialCard.  

 

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Welche Reiseversicherung für Deine Kenia Reise?

 

Es gibt ja viele verschiedene Reiseversicherungen - und nicht alle machen Sinn (und nicht alle schützen vor Löwenangriffen...). Ich habe auf meinen Reisen immer eine Reisekrankenversicherung und meistens eine Reiserücktrittsversicherung "im Gepäck". Ausführliche Infos dazu in meinem Blog Artikel lll Reiseversicherungen. Wenn Du eine gute Reiseversicherung suchst, empfehle ich Dir die  ᐅᐅᐅ Barmenia Direkt Versicherung, dort kannst Du Dir nach dem Bausteinprinzip das für Dich passende Versicherungspaket besonders günstig zusammenstellen.


Kenia Safari Reisebericht: Karte

Zum Rein- und Rauszoomen einfach in die Kenia Reisebericht Karte klicken.

 


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Hinweis: Mein Kenia Safari Reisebericht enthält (mit ᐅᐅᐅ einem * oder als "Anzeige" gekennzeichnete) Affiliate Links. Über diese gelangst Du zu von mir empfohlenen Reiseleistungen. Buchst Du dort etwas, erhalte ich dafür eine kleine Provision. Für Dich entsteht dadurch kein Nachteil, der Preis ist der gleiche wie bei einer direkten Buchung dort. Ich danke Dir für die damit gezeigte Wertschätzung meiner Arbeit an dieser Webseite. Weitere Infos zu diesem Thema erhältst Du lll hier.

 

Dieser Reisebericht ist auch Teil von Kathleens Blogparade lll➤ Eure Verrückteste Reise, mit vielen weiteren ungewöhnlichen Reiseerlebnissen.


Dein Kommentar zu meinem Kenia Safari Reisebericht

 

Du hast Fragen oder Anmerkungen zu meinem Kenia Safari Reisebericht? Du warst auch schon mal dort? Was sind Deine Erfahrungen und Empfehlungen? Ich freue mich über Deine Ergänzungen, Fragen und andere Anmerkungen.

 

Kommentare: 2
  • #2

    Der Travel Bloke (Dienstag, 06 April 2021 11:32)

    Danke fürs Mitfiebern Kathleen!

  • #1

    Kathleen (Montag, 05 April 2021 17:13)

    Vielen Dank für diesen tollen Bericht! Ich habe echt mit gefiebert und mir überlegt, wie ich in so einer Situation vorgehen würde. Eine wirklich verrückte Reise, die zum Glück gut ausgegangen ist.

    Liebe Grüße

    Kathleen