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Australien Reisetipps: Essen & Trinken Down Under

Vegemite, Barbie und Esky - Kulinarische Australien Reisetipps

Australien Reisetipps: Schmelztigel der Kulturen
Very british - Fish and Chips

 Schaut man den Australiern in die Kochtöpfe und auf den Teller, können sie nicht verleugnen, dass ihr Land über eine lange Zeit eine englische Kolonie war und durch die Einwanderung von Briten und Iren geprägt wurde. Beide Volksgruppen für vieles bekannt, nicht jedoch für eine ausgefallene und raffinierte Küche. Und so wundert man sich nicht – fragt man den Australier nach dem Nationalgericht seiner Landsleute - die Antwort in vielen Fällen wohl „Vegemite“ lautet. Hierbei handelt es sich um einen braunen Brotaufstrich aus vitaminreichem Hefeextrakt. Dieser ist bei den Einheimischen so beliebt, dass nicht wenige bei Auslandsreisen ein Glas der salzigen Paste in ihren Koffer packen – aus Angst, diese Köstlichkeit in weniger zivilisierten Ländern nicht zu erhalten. 

Australien Reisetipps: Vegemite
Vegemite, eine australische Institution

Für den unbedarften Touristen, der das erste Mal in Kontakt mit Vegemite kommt, und den Aufstrich großzügig auf seinem Brot verteilt, ist dies eine sehr intensive Geschmackserfahrung, die entfernt an den Genuss eines Suppenwürfels erinnert. Es überrascht fast, dass das Vegemite noch nicht Einzug in die Ekelprüfungen des Dschungelcamps gehalten hat. Neben dem Vegemite ist der „Meat Pie“ eine weitere Institution der australischen Küche. Auch die amerikanischen Burgerketten und italienischen Pizzabuden haben es bis heute nicht geschafft, diesen als beliebtestes Fast Food der Aussies abzulösen. Ein original Meat Pie besteht aus einer gebackenen Teighülle, gefüllt mit einer ragoutartigen Fleischmasse und Gravy, einer dickflüssigen braunen Bratensoße. Mit einem Augenzwinkern gestehen die Einheimischen, dass es für einen ungetrübten Genuss das Beste sei, gar nicht im Detail zu wissen, was die genauen Bestandteile im Inneren des Meat Pies sind.

Australien Reisetipps von Chicken Curry bis Barbie

Australien Reisetipps: Einfluss aus Asien und Europa
Japanischer Einfluß - frischer Sushi

Wer jetzt aber denkt, die australische Küche bestehe nur aus zweifelhaften und wenig einladenden Gerichten, und vielleicht überlegt, seinen Urlaub in einem Land mit einer zivilisierteren Kochkunst zu verbringen, der kann schnell beruhigt werden. Durch verschiedene Einwanderungswellen, zuerst aus Europa von Griechen, Italienern und Türken, und später dann aus Asien durch Chinesen, Japaner und Inder, die natürlich alle ihre lokalen Rezepte mit ins Land brachten, hat sich vieles zum Vorteil verändert. Längst emanzipiert von in altes Zeitungspapier gerollte "Fish and Chips", ist die australische Küche heute ein Spiegelbild ihrer multikulturellen und innovativen Gesellschaft. Ein pikantes Chicken Curry, geräucherter Lachs an Lemongras und gegrillter Octupus auf Radicchio mit Koriander lassen sich heute problemlos auf den Speisekarten der Restaurants von Syndey bis Melbourne finden.

Australien Reisetipps: Babie und Esky
beim Barbie...

Ein kühles Bier ist eines der wichtigsten Bestandteile einer weiteren australischen Institution, und der vielleicht liebsten Freizeitbeschäftigung

der Australier. Am Wochenende treffen sich die Aussies im Familien- und Freundeskreis im eigenen Garten oder im öffentlichen Park zum „barbie“. Was nicht bedeutet, dass sie dort mit kleinen Plastikpuppen mit unnatürlichen Körpermaßen spielen. Barbie, kurz für Barbecue, ist ein Grillfest, bei dem die Australier ihrer Leidenschaft zum auf dem offenen Holzkohlefeuer gegrillten Fleisch frönen. Transportiert und kühl gehalten wird dieses in einem weiteren typisch australischen Haushaltsgegenstand, dem „esky“, der mit Eis gefüllten Plastikkühlbox mit Tragegriff.

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Australien Reisetipps von "VB" bis Chardonnay

Australien Reisetipps: Weinanbau in Südaustralien
Weinanbau in den Grampians

Unter anderem Deutsche Immigranten waren es, die sich im vorletzten Jahrhundert im Barossa Valley bei Adelaide und im Hunter Valley nördlich von Sydney ansiedelten und den Weinanbau nach Down Under brachten. Vor Jahren noch belächelt, haben sich die australischen Weine längst vom Geheimtipp zu einem vielfach ausgezeichneten Exportgut gemausert. Ein besonders beliebter australischer Weißwein ist der Chardonnay, der seinen besonderen, rauchigen Geschmack aufgrund der Reifung in Eichenfässern erhält. Ein beliebter australischer Rotwein ist der Cabernet Sauvignon, so schwer und dunkel, dass er manchmal wie violetter Sirup im Glas wirkt.

Australien Reisetipps: Australische Biersorten
Australische Biersorten

Trotz seiner hervorragenden Weine bleibt Australien aber ein Land der Biertrinker. Keine Überraschung ist es deshalb, dass die Australier, traut man den Statistiken, nach den Deutschen und Belgiern, den höchsten Bierkonsum weltweit haben. Eine Überraschung ist dagegen vielleicht, dass die weltweit bekannte australische Biermarke Fosters, hierzulande ein Aushängeschild für den 5. Kontinent, von passionierten australischen Bierkonsumenten erfolgreich gemieden wird. Der australische Biermarkt ist stark geprägt vom Lokalpatriotismus seiner Einwohner, und so trinkt der Melbourner sein Victoria Bitter, oder kurz: VB (gesprochen: Wibi), der Queenslander sein XXXX (gesprochen: Forex) und der Westaustralier lässt nichts außer seinem geliebten Swan Lager durch die staubige Kehle rinnen. Doch welches Bier es auch immer ist. Getrunken wird es traditionell direkt aus dem „stubby“, der kleinen bauchigen Glasflasche, die wiederum im „stubby cooler“, einer praktischen Neoprenhalterung, vor dem schnellen Erwärmen geschützt wird. 

Australien Reisetipps: Traditionelles "Bush Food" der Aborigines

Australien Reisetipps: Traditionelles Bushfood
Frisch vom Feld: Emufleisch ist beliebt in Australien

 Nicht nur beim Barbecue, auch in den von Touristen besuchten Restaurants der Städte, finden sich neben Schwein, Rind und Lamm immer öfter auch exotischere Exemplare der endemischen Fauna auf dem Grillteller wieder. Känguru, Emu und Krokodil sind eine im ersten Moment zwar gewöhnungsbedürftige aber durchaus geschmackvolle Variante für passionierte Fleischliebhaber. Während Kängurufleisch einen würzigen Wildgeschmack hat, vermittelt Krokodilfleisch eine stark fischige Note. Emu hat einen typischen Geflügelgeschmack. Und wer noch etwas mutiger ist, kann bei seiner Reise durch das australische Outback noch tiefer eintauchen in die kulinarischen Traditionen der Aborigines, der australischen Ureinwohner.

Australien Reisetipps:  Wichetty Grubs
Wichetty Grub, traditionelles Bush Food

Mittlerweile hat sie eine gewissen Fernsehbekanntheit

erlangt und darf - im Gegensatz zum Vegemite – in keiner Dschungelcamp Prüfung fehlen: Die Wichetty Grub, die fette gelbe Larve der Holzbohrermade, die von den Aborigines aus den Wurzeln des Wichetty Strauchs geerntet wird. Ganz zu unrecht hat sie den Ruf der Ekelspeise, schmeckt sie doch, in Aschenglut geröstet, durchaus lecker nach öligen Erdnüssen und hat auf Grund ihres hohen Proteingehalts einen hohen Nährwert. Der Verzehr einer Wichetty Made darf, zumindest als Mutprobe, bei keinem Besuch eines traditionellen Aborigines Stammes im Outback fehlen. Und zum Nachtisch dann gerne ein paar gelbe Ameisen. Direkt von einem Blatt geleckt, vermitteln sie ein erfrischend zitroniges Prickeln auf der Zunge.

Billy Tea und Damper: Australien Reisetipps Outback

Australien Reisetipps: Billy Tea und Damper
Billy Tea über dem Lagerfeuer

Nicht ganz so exotisch aber genauso typisch für einen Besuch im australischen Outback ist der „Billy Tea“. Der wahre australische Camper kocht seinen Tee im Billy, einem vom offenen Feuer schwarz verrußten Topf, in dem die losen Teeblätter ins kochende Wasser geworfen werden und dann solange

mit weiten kreisenden Bewegungen geschwungen wird, bis sich das Aroma der Blätter im Wasser entfaltet hat. Besonders gut schmeckt der Billy Tea mit „Damper“, dem ebenfalls über dem offenen Feuer um einen Ast gewickelten gerösteten knusprigen Brot.

 

Dies war ein kleiner Überblick der Speisen und Getränke in Australien. Nicht immer die haute cuisine aber auf jeden Fall originell, manchmal abenteuerlich und niemals langweilig: die Australische Küche ist besser als Ihr Ruf und neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten ein weiterer guter Grund für eine Reise nach Down Under. 

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