Kanada: Banff Nationalpark Reisetipps

Meine persönlichen Reiseinfos für den Banff Nationalpark im Westen Kanadas

Der Banff Nationalpark wurde bereits im Jahr 1885 gegründet, und ist damit der älteste Nationalpark Kanadas und gleichzeitig einer der ältesten der Welt. Benannt wurde er nach der schottischen Region Banffshire. Der Park grenzt südlich an den Jasper Nationalpark, beide Parks werden vom Icefield Parkway durchzogen. Der Banff Nationalpark ist nur gut halb so groß wie der Jasper Park, aber mindestens genau so spektakulär. Über vier Millionen Besucher im Jahr können nicht irren. Genauso wie der große Bruder im Norden, glänzt Banff mit atemberaubenden Bergpanoramen, türkisfarbigen Seen, gemütlichen Bergdörfern, wilden Flüssen und heißen Quellen. Der Park ist ein Dorado für Fotografen, auf der Suche nach dem "picture perfect". Die zentralen Touristenorte im Banff Nationalpark sind Banff Town und Lake Louise. Ihr könnt entweder Übernachtungen in beiden Orten planen und von dort jeweils Tagesausflüge unternehmen. Oder Ihr entscheidet euch für einen der beiden Orte, dann sind die Fahrten für die Tagestouren entsprechend etwas länger. Die Fahrzeit zwischen Banff und Lake Louise beträgt nur ca. 45 Minuten auf dem Trans Canada Highway.

Banff Town

Der kleine Ort Banff hat es irgendwie geschafft, trotz der vielen Touristen, die hier im Sommer einfallen, sein provinzielles Flair zu erhalten. Es gibt viele kleine, farbenfroh angemalte Häuser. Die Hotels in Banff sind natürlich nicht billig und oft ausgebucht. 25 km südlich von Banff gibt es einen weiteren Ort, Canmore. Auf der Fahrt nach Canmore werden Euch bestimmt die vielen "wildlife bridges" auffallen, die über den Highway führen. Sie geben den dort wandernden Tieren die Möglichkeit, lebend über den hier stark befahrenen Highway zu kommen.

Der Lake Minnewanka

Von Banff aus erreicht Ihr den Lake Minnewanka in einer viertel Stunde. Nach vier Kilometern auf dem Trans Canada Highway in Richtung Canmore, biegt Ihr links auf den ausgeschilderten Scenic Drive ab und erreicht nach weiteren sechs Kilometern den Parkplatz. Der Name Minnewanka bedeutet in der Sprache der Nakoda Indianer "See der Wassergeister". Ein schöner Name für diesen besonders stillen und geheimnisvollen See. Die ersten europäischen Siedler der Gegend nannten ihn dagegen "Devils Lake", Teufelssee. Der 21 km lange Gletschersee ist ein fantastischer Ort zum Entspannen. Es gibt viele nette Ecken zum Picknicken. Aktive können auf den gut ausgeschilderten Wegen Mountain Biken und Wandern oder auf dem See Kajak fahren. Es gibt auch eine Bootstour auf dem See zum "Devil's Gap", auf der ein Reiseleiter über die lokale Geschichte und die umliegenden Berge erzählt.

Der Lake Louise

Der wahrscheinlich bekannteste See in den kanadischen Rockies ist der Lake Louise. Wer kennt sie nicht, die Fotos vom türkisfarbigen Wasser mit dem Schloss ähnlichen Hotel Fairmont Lake Louise, das am Ufer emporragt. Doch wenn Ihr dann selbst dort seid, werdet ihr dennoch den Atem anhalten, beim ersten Blick auf die unglaubliche Farbenpracht. Ich hatte Glück im August dort zu sein, dann ist der Abfluss des Schmelzwassers am höchsten und das Farbenspiel des Wassers noch intensiver als in den anderen Monaten. Der See liegt auf 1.750 Meter Höhe und kann bis weit in den Juni hinein zugefroren sein. Dann zeigt er sich noch nicht in seinen intensiven Farben, strömt aber dennoch ein mystisches Flair aus. Die Ureinwohner der Gegend, die Nakoda Indianer, nannten den See noch Ho-Run-Num-Nay (der See der kleinen Fische), die Tourismus Behörden sind sicher froh, dass er später den etwas leichter zu merkenden Namen, benannt nach Queen Victorias vierter Tochter, erhielt.

Der eigentliche Ort Lake Louise mit den meisten Unterkünften liegt ca. 5km vom See entfernt. Direkt am See gibt es das bereits erwähnte Luxushotel der Fairmont Gruppe. Wer es sich leisten kann, kann sich dort in einem Lake View Zimmer einbuchen und den ungetrübten Blick über den See genießen. Ich habe in der etwas erschwinglicheren "Deer Lodge" gewohnt, nur zwei Minuten zu Fuß vom See entfernt. Die Lage hat den Vorteil, dass man auch nach dem Abendessen noch mal schnell zum See laufen, und die stille Abendstimmung genießen kann, wenn die großen Touristengruppen in ihren Bussen den Ort verlassen haben.

Der Lakeshore Trail am Lake Louise

Der Lakeshore Trail ist der einfachste Wanderweg am Lake Louise und auch für ungeübte Spaziergänger geeignet. Er führt am nördlichen Ufer des Sees entlang und bietet immer wieder tolle Blicke auf den See und auf die vielen bunten Kanus, die dort unterwegs sind. Am südlichen Ufer bietet sich der Blick auf die schneebedeckten Berggipfel und den Victoria Gletscher. Der Lake Louise ist wirklich nicht schwer zu verkaufen, seine Schönheit spricht für sich. Wenn Du hier am Abend entlang wanderst ist es friedlich und still - und er See erstrahlt in einer dramatischer Schönheit, die Du nicht so schnell vergessen wirst.

Tageswanderung zum Lake Agnes

Seid Ihr schon mal am Lake Louise, solltet Ihr Euch aber nicht damit begnügen, entlang des Sees zu wandern. Es gibt zwei längere Wanderungen hinauf in die Berge, die jeweils bequem als Tagestour unternommen werden können. Eine Wanderung führt über insgesamt ca. elf km hinauf zum Plain of Six Glaciers, die andere geht auf ca. sieben km Rundweg zum Agnes Lake, für die ich mich entschied. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann auch eine geführte Tour auf einem Pferd buchen. Schnürt also nach dem Frühstück Eure Wanderschuhe, nehmt eine gute Kamera und etwas Proviant mit und macht Euch auf den Weg. Vom 1.750m hoch gelegen See geht es hinauf in die Berge, wahlweise bis hinauf zum Little Behive Outlook auf 2.200m oder noch etwas weiter zum Big Behive Lookout auf 2.270m.

Der Weg führt teilweise steil bergauf durch die Wälder. Der See ist dabei immer in Eurem Rücken. Sobald Ihr Euch vom See entfernt, werdet ihr auf immer weniger Touristen treffen, die meisten der Reisegruppen bleiben unten auf dem Lake Shore Trail, so dass Ihr bald die Schönheit der Natur mehr und mehr ungestört abseits der Massen genießen könnt. Irgendwann werdet Ihr Euch umdrehen und einen Blick hinunter auf den See wagen. Ihr werdet nicht vorbereitet sein, auf den Ausblick, der sich Euch dann bietet und vielleicht auch vor Begeisterung verstummen. Von oben gesehen ist der Lake Louise noch eindrucksvoller und seine unglaubliche Farbe erstrahlt noch intensiver.

Auf gut 2000m Höhe erreicht ihr, versteckt im Wald gelegen, einen weiteren ganz kleinen See, den Mirror Lake. Dieser trägt seinen Namen zu Recht, das glasklare Wasser ist tatsächlich wie ein Spiegel, wenn Ihr später die Fotos betrachtet, die Ihr dort aufgenommen habt, werdet Ihr Mühe haben oben und unten zu unterscheiden. Wenn Ihr weiter wandert, erreicht Ihr schließlich den Lake Agnes. Hier gibt es ein gemütliches Tea House, wo ich es mir auf der Veranda bequem gemacht, und bei einem leckeren Eis die Natur genossen habe. Nach der Stärkung könnt Ihr wählen, noch den kurzen Weg zum Little Behive Aussichtspunkt weiter zu wandern oder den etwas längeren Weg zum höheren gelegenen Big Behive zu nehmen. Wie auch immer Ihr Euch entscheidet, Ihr werden mit weiteren grandiosen Ausblicken belohnt werden. 

Der Moraine Lake

Der Moraine Lake liegt 14 km südlich von Lake Louise. Ihr erreicht ihn von dort in ca. 20 Minuten Fahrzeit über die gut ausgeschilderte kurvige Moraine Lake Road. Der See ist malerisch gelegen im Ten Peaks Valley, umgeben von Bergen,Wasserfällen und Felsformationen.

 

Auf fast 1.900 Meter Höhe ist der See noch länger als der Lake Louise, meist bis Mitte Juni, von Eis bedeckt. Je nach Konzentration des Schmelzwassers wechselt der Moraine Lake während des Sommers die Intensität seiner Farbe. Ich hatte leider kein Glück, bei meinem Besuch war es ziemlich bewölkt und das Türkis des Sees war nicht so strahlend, wie ich es von den Fotos kannte. Es gibt verschiedene Wanderwege um den See, der Rockpile Trail führt über den Rücken der Moräne hinauf auf einen natürlichen Damm.

 

Von dort gibt es den berühmten "Twenty Dollar View", was nicht abwertend gemeint ist: Bis 1977 war dieser Ausblick das Bild auf der kanadischen 20-Dollar Note.

Der Lake Peyto

Nach dem Motto „save the best for last“: Der Lake Peyto ist einfach nur perfekt. Der See wirkt wie von einem unter halluzinierenden Drogen stehenden Künstler gemalt. Als ich mir Bilder vom Lake Peyto angesehen hatte, glaubte ich immer, diese seien mit Photoshop bearbeitet und farblich optimiert wurden. Aber als ich dann selbst auf der Aussichtsplattform stand und hinunter auf den spiegelglatten See schaute, wurde mir bewusst, dass hier der Photoshop Farbfilter bereits von der Natur fest installiert wurde. Der Lake Peyto liegt 50 km nördlich von Lake Louise. Besucht Ihr nur den Banff Nationalpark, lohnt auf jeden Fall ein Tagesausflug dorthin. Die meisten Touristen besuchen den See aber auf dem Weg nach Norden in den Jasper Nationalpark. Der See liegt ganz in der Nähe des Highways, es ist vom Parkplatz nur ein kurzer 10-minütiger Fußweg zur Aussichtsplattform, von wo ihr den unbeschreiblichen Bick auf dem Smaragd der Rockies habt. Wenn ihr von hier weiter Richtung Norden in den Jasper Nationalpark fahrt, könnt Ihr in meinem Reisebericht Jasper NP - das müsst Ihr Euch anschauen! nachlesen, was es dort zu erleben gibt.

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