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Mein Abend mit der Geisha: Kyoto Reisetipps

Kultur der Geisha: Japan Insider Tipps

Auf meiner Reise durch Japan hatte ich die besondere Gelegenheit der Begegnung mit einer Geisha. - Geisha, schon das Wort hat etwas Magisches, Mystisches und irgendwie auch etwas Verruchtes. Wer kennt nicht die Bilder von den Frauen mit den weiß geschminkten Gesichtern, den aufwendig dekorierten schwarzen Perücken, den kunstvollen Kimonos und den knallrot geschminkten Lippen? Die Kunst der Geishas ist ein wichtiger Bestandteil der japanischen Kultur und Geschichte. Durch Erzählungen, Bücher und Filme (wie z.B. "Memories of a Geisha") wird oft ein verklärtes und auch falsches Bild der Geisha Kultur gezeichnet. Für mich war der Abend mit der Geisha daher ein wirklich spannendes, beeindruckendes "once in a lifetime" Erlebnis. In meinem Reisebericht möchte ich Euch von den Geheimnissen der Geisha Kultur erzählen und gebe Euch natürlich auch einige Insider Tipps, wie Ihr auf Eurer Japanreise die Begegnung mit einer Geisha arrangieren könnt.

Geisha Kyoto Reisetipps: Mein Abend mit Sakura

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Namaste! Sawubona! G'Day!

Schön, dass Ihr mich und meinen Reiseblog besucht. Ich heiße Andreas und reise für mein Leben gern. Besonders in ferne Länder! Immer auf der Suche nach interessanten Erlebnissen und spannenden Begegnungen. Darf ich mich vorstellen?



Bummel durch das Kyoto Geisha Viertel

Geisha Japan Reisetipps: Respektvollen Abstand halten

Manchmal ist es ja vorteilhaft, nicht individuell unterwegs zu sein, sondern einen Reiseleiter an der Seite zu haben, der sich im Land gut auskennt. Dieser hat für unseren letzten Abend in Kyoto einen ganz besonderen Programmpunkt organisiert. Gegen 18 Uhr machen wir uns auf dem Weg in den Gion Distrikt zu einem abendlichen Bummel durch die engen Gassen des sogenannten Geisha Viertels. Wir haben Glück, schon nach einer viertel Stunde sehen wir eine Geisha, wie sie geschminkt und gestylt aus einem Hauseingang tritt und in ein Taxi steigt, um ihren Dienst anzutreten. Unser Reiseleiter erklärt uns die Etikette: Die Geishas haben prinzipiell nichts dagegen, fotografiert zu werden, solange dies diskret und unaufdringlich stattfindet. Unangebracht ist jedoch, sich ihnen mit dem Ziel eines gemeinsamen Selfies an den Hals zu werfen. Auf keinen Fall solltet ihr auf der Straße eine Geisha anfassen, auch nicht die Perücke oder die extrem teuren Kimonos berühren. Am besten fragt ihr höflich, ob ihr aus einigen Metern Entfernung ein Foto aufnehmen dürft (was leichter ist, wenn man in Begleitung eines japanisch sprechenden Reiseleiters ist).

Geisha Kyoto Reisetipps: Mit Vorurteilen aufräumen

Um gleich mit dem größten Vorurteil aufzuräumen (und auf die Gefahr hin, dass der eine oder andere Leser diese Seite hier enttäuscht wieder verlässt, weil es keine Sexenthüllungen meiner Japanreise gibt): Geishas sind keine Prostituierten oder Callgirls (Prostitution ist in Japan offiziell verboten)! Früher waren da die Grenzen wohl etwas fließender, und die Abendunterhaltung ging hin und wieder über das gesellige Zusammensein hinaus. Was in der Vergangenheit auch zum verruchten Image der Geishas beitrug: oft wurde ihr exklusiver Lebensstil von wohlhabenden sogenannten "danna" finanziert, im Gegenzug dafür gab es dann eine Beziehung, inklusive Sex. Im modernen Japan haben die Geishas die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt selbstständig zu verdienen und benötigen in der Regel keinen "danna" mehr. Auch heute gibt es natürlich noch "falsche" Geishas, Prostituierte, die den "ungeschützten Markennamen" nutzen, um ihren Stundenlohn zu verbessern. Es heißt, man erkennt diese am vorne geknoteten Kimono. Richtige Geishas lassen diesen hinten knoten, was so aufwendig ist, dass dies nur Sinn macht, wenn die Kleidung berufsbedingt nicht mehrfach am Abend aus- und wieder angezogen wird.

Begegnung im Kyoto Geisha Restaurant

Geisha Japan Reisetipps: Besuch im Hanamachi Viertel

Unser Rundgang durch den Gion Distrikt endet an einem Restaurant. Unser Reiseleiter ist zum Glück gut vernetzt und kennt den Türsteher. Wir werden durch das Restaurant in den dahinter liegenden Garten geführt. Die langen Tische und die Holzbänke vermitteln eine rustikale Atmosphäre. Das Lokal ist bereits sehr gut besucht, an den Tischen sitzen fast ausschließlich japanische Männer, vor sich jeweils einen großen Krug Bier, so dass man sich fast in einen bayrischen Biergarten versetzt fühlt. Es sind jedoch nur fast ausschließlich Männer: an jedem der Tische hat sich eine Geisha niedergelassen, die ganz offensichtlich jeweils der Mittelpunkt der dortigen Unterhaltung ist. Es wird gesungen, gelacht und die Bierkrüge klingen bei jedem Schluck mit einem fröhlichen "Kampai" aneinander. Heute gibt es noch geschätzt 100-200 aktive Geishas, offizielle Zahlen scheinen nicht zu existieren. Das Zentrum der Geisha Kultur ist Kyoto, hier gibt es auch das offizielle Geisha Viertel "Hanamachi" (Blumenviertel). Übersetzt ins Deutsche bedeutet Geisha ungefähr "Künstler" oder genauer "Kunsthandwerker", was es ganz gut trifft.

Geisha Kyoto Reisetipps: Hochgebildete Unterhalterinnen

Geishas sind hoch gebildete und jahrelang ausgebildete Unterhalterinnen. Sie sind Gesellschafterinnen bei privaten Partys, Abendessen und Banketten. Geübt in der Kunst der Konversation, im Tanz, der Poesie und der Musik. Viele spielen das traditionelle Streichinstrument "shamisen". Zu ihren Unterhaltungskünsten gehört aber auch die Initiierung der berüchtigten japanischen Trinkspiele. Mittlerweile hat sich auch eine der anwesenden Geishas an unseren Tisch gesetzt und zu uns gesellt. So dass wir die Kunst der japanischen Trinkspiele gleich im Liveexperiment erleben können. Was ich bei unserer Begegnung mit der Geisha in der nächsten Stunde ebenso erfahre - soweit das aufgrund der Sprachbarrieren (Fremdsprachen gehören nicht zur traditionellen Geisha Ausbildung) möglich ist: sie ist amüsant, witzig und charmant. Und flirten gehört tatsächlich auch zur traditionellen Geisha Kunst. Ein weiterer Grund, dass die Grauzone zwischen Unterhalterin und Sexdienstleisterin vielleicht von manchen Besuchern falsch interpretiert wird.

Reisetipps Kyoto: Geisha, Maiko, Geiko und Geigi

Geisha Japan Reisetipps: Maiko, Geiko und Geigi

Unsere Gesellschafterin im Biergarten hat sich mittlerweile mit dem Namen Sakura vorgestellt. Was übersetzt Kirschblüte bedeutet. Ich denke mir, dass das ein Künstlername ist, traue mich aber nicht, sie das zu fragen (vielleicht ja nach dem nächsten Trinkspiel?). Es gibt verschiedene Namen für die Geishas, was ich etwas verwirrend finde. Unsere Gesellschafterin Sakura erklärt uns aber geduldig die Unterschiede: Im Westen Japans, besonders im kulturellen Zentrum um Kyoto heißen die Geishas "Geiko", was gleichzeitig ein Qualitätsprädikat für die besonders gute und strenge Ausbildung hier ist, wie Sakura uns nicht ohne Stolz erklärt. In Tokio heißen die Geishas hingegen "Geigi". Eine Maiko ist eine junge Geisha während der langen Ausbildung. Heute starten die Maiko mit 16-18 Jahren, sie leben dann in speziellen, "okiya" genannten Geisha Häusern, also so etwas wie ein Internat. Ihr erkennt die Meiko Azubinen daran, dass sie keine Perücken sondern ihr eigenes Haar tragen. Ihre Kimonos sind bunter und auffälliger als die der Geishas, genauso wie ihr Haarschmuck. 


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Gewusst wo: Begegnung mit einer Geisha in Japan

Geisha Japan Reisetipps: Wo kann man Geishas begegnen?

Die schlechte Nachricht: Nicht ganz einfach! Geishas bieten Ihre Unterhaltungskünste normalerweise in traditionellen Teehäusern (ochaya) und Restaurants (ryotei) an. Dort könnt Ihr aber nicht einfach so hingehen. Zutritt in diese exklusiven Etablissements erhaltet Ihr nur auf persönliche Einladung und Empfehlung. Mittlerweile gibt es aber Reisebüros und Hotels, die dies gegen entsprechende Bezahlung organisieren können. Ein Abend mit einer Geisha ist sehr teuer, sie wird pro Stunde bezahlt, ein Abend kostet schnell mal 50,000 bis 70.000 Yen (400 bis 500 EUR), natürlich zuzüglich der Kosten für das eigene Essen und die Getränke, sowie eines eventuellen Übersetzers (der bei der Konversation dann sehr hilfreich ist).

Geisha Kyoto Reisetipps: Distrikte Gion Kōbu, Ponto-chō, Kamishichiken, Gion Higashi und Miyagawa-chō

Wenn das außerhalb Eures geplanten Budgets liegt, und wenn Ihr wie ich das Glück habt, im Juli oder August in Kyoto zu sein, macht es wie wir und besucht zwischen 18-22 Uhr den Biergarten des Kamishichiken Kaburenjo Theatre. Hier geht es zwar nicht so exklusiv zu, wie in einem ochaya, wir haben die Begegnung aber dennoch als ziemlich authentisch empfunden. Und außer unserer kleinen Reisegruppe waren nur einheimische Japaner dort. Es scheint (oder schien?) also noch so etwas wie ein Geheimtipp zu sein. Wer zumindest einen Blick auf eine echte Geisha erhaschen will: Lauft durch Kyotos Distrikte Gion Kōbu, Ponto-chō, Kamishichiken, Gion Higashi und Miyagawa-chō. Kommt Ihr nicht nach Kyoto, könnt Ihr in Tokio in den Vierteln Shimbashi, Asakusa, und Kagurazaka Euer Glück versuchen.

Geisha Japan Reisetipps: Gio Hatanaka Ryokan

Weitere Möglichkeiten, etwas über die Geisha Kultur zu erfahren: Eine Show im Gion Corner in Kyoto. In der einstündigen Vorführung gibt es Geisha Tanz- und Musikdarbietungen. Ich war selbst nicht dort, stelle mir das aber etwas touristisch vor. Das Gion Hatanaka Ryokon organisiert ebenfalls Geisha Abende in Kombination mit einem Abendessen. Zwischen den Vorführungen gehen die Geishas von Tisch zu Tisch und unterhalten sich mit den Gästen, so dass der Kontakt hier etwas persönlicher ist. Anlässlich von besonderen Festen werden ebenfalls Geisha Tanz- und Musikabende angeboten. Wenn Ihr also während des Miyaki Odori (April), des Kamogawa Odori (Mai) oder des Gion Odori (1-10 November) in Kyoto seid, könnt Ihr versuchen, über Euer Hotel Karten für eine diese Vorstellungen zu ergattern. Hier einige Tipps für vorausbuchbare Touren: Stadtrundgang Kyoto mit Spaziergang durch den Geisha Distrikt Gion*. Abendessen in Kyoto mit Maiko Vorstellung*. Gion bei Nacht: Geisha Vorführung mit Abendessen*. 

Falsche Japan Geishas oder "die Jugend trägt wieder Tracht"

Wir waren während des Sommerfestivals in Tokio, zu dessen Anlass besonders die jungen Leute sich gerne in traditionelle japanische Gewänder hüllen und über die Straßen und Plätze flanieren. Was mich ein bisschen an München während der Oktoberfestzeit erinnert hat. Das sind dann natürlich keine richtigen Geishas aber es gibt immerhin ein paar lustige Fotomotive. Wenn alle Stricke reißen und Ihr weiblich oder in weiblicher Begleitung seid: Sowohl in Tokio als auch in Kyoto gibt es spezielle Studios, in denen Touristinnen sich in Geishas verwandeln können (fragt nach einem "maiko henshin" Studio). Das Arrangement dort ist inklusive aufwendigem Makeup, Leihkimono und einem Fotoshooting auf einem der öffentlichen Plätze der Stadt. Was sicherlich Geschmacksache ist. Aber wenn japanische Touristen in Lederhose und Dirndl das Oktoberfest in München bevölkern, warum nicht auch umgekehrt?

Geisha Kyoto: Domo arigatou, Sakura

Geisha Kyoto Reisetipps: Domo Arigatou Sakura

Wir haben ein solches Makeover jedoch nicht nötig, haben wir doch in unserem Biergarten in Kyoto unsere echte Geisha "Kirschblüte" kennengelernt, die am Ende des Abends alle Teilnehmer unserer kleinen Reisegruppe in ihren Bann gezogen hat. Übrigens inklusive der weiblichen Teilnehmer. Sakura ist während der ganzen Zeit sehr professionell, sie selbst trinkt nur Wasser, und macht, wo notwendig, auf sehr charmante Art die Grenzen ihrer Dienstleistungs-bereitschaft deutlich. Alles in allem ein sehr interessanter lauer Augustabend, der uns die mysteriöse Kultur im Land der aufgehenden Sonne wieder ein klein wenig näher gebracht hat. Domo arigatou, Sakura.

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