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Reisebericht Etosha Nationalpark Namibia

Am "See der Tränen": Mein Etosha Nationalpark Reisebericht für Deine Reiseplanung

 Im heutigen Reisebericht erzähle ich Dir von unserer Tour durch den Etosha Nationalpark in Namibia - und gebe Dir meine persönlichen Reisetipps für Deine eigene Reiseplanung. Etosha (im deutschen Sprachraum oft auch noch mit "sch" also Etoscha geschrieben) ist der größte Nationalpark Namibias. Im Norden des Landes gelegen, ist er mit einer Ausdehnung von mehr als 22.000 qkm größer als Hessen. Der Name Etosha kommt aus der Sprache der Ovambo und bedeutet so viel wie "großer, weißer Platz". In den Sprachen anderer lokaler Stämme trägt er auch die poetischen Namen “Land des trockenen Wassers” oder “See der Tränen”. Alle diese Namen beziehen sich auf das Herz des Parks, die silberweiße Salzpfanne, die bis an den Horizont reicht und in der Hitze flimmert wie eine Fata Morgana. Die weite offene Landschaft im Etosha Nationalpark ist während der meisten Zeit des Jahres karg und besteht hauptsächlich aus dornigem Gestrüpp, sandigen Hängen, den getrockneten Tonbetten der Salzpfanne und einigen natürlichen Wasserlöchern. Die ersten Europäer, die 1851 diese mystische Landschaft zu Gesicht bekamen, waren zwei Forschungsreisende, der Brite Sir Francis Galton und der Schwede Karl Andersson, die mit Hilfe von Männern des Ovambo Stammes eine Expedition in diese abgelegene Region unternahmen. Im Jahr 1907 wurde das Gebiet vom damaligen Gouverneur von "Deutsch-Südwestafrika", Friedrich von Lindequist, zum Schutzgebiet erklärt. Am Ende dieses Beitrags findest Du auch meine Etosha Nationalpark Karte.

Reisebericht Etosha Nationalpark Namibia

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Reisebericht Etosha Nationalpark Namibia Travel Bloke

Namaste, Sawubona und G'Day

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1. Sechs Gründe, den Etosha Nationalpark Namibia zu besuchen

Warum solltest Du den Etosha Nationalpark besuchen? Diese Frage haben wir uns vor unserer Tour auch gestellt. Aus meiner Sicht sind es die folgenden Gründe:

  1. Eine der Top Safari Destinationen weltweit, mit besten Chancen, wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen
  2. Eine hohe Konzentration sowie eine große Vielfalt an Tieren, besonders Säugetiere undVögel
  3. Die Tiere sind aufgrund der spärlichen Vegetation und der wenigen Wasserlöcher im Vergleich zu anderen Parks auch ohne Guide leicht zu finden
  4. Durch die immense Größe des Parks hast Du trotz der vielen Besucher die Straße oft für Dich allein
  5. Der Park hat eine ausgezeichnete touristische Infrastruktur und eignet sich deshalb auch für kostengünstige Selbstfahrer Safaris
  6. Die einzigartige Landschaft der Salzpfanne wechselt im Laufe der Jahreszeiten ihr Aussehen und erfindet sich ständig neu

2. Die Legende der Salzpfanne

Fast ein Viertel des Etosha Nationalparks wird bedeckt durch die riesige weiß-graue Fläche der Salzpfanne. Sie ist bis zu 130 km lang und 50 km breit - mit mehr als 5.000 qkm ist sie doppelt so groß wie das Saarland! Die dramatische Mondlandschaft des alten

Kalahari Bassins aus Wüste und Salz ist sogar von der internationalen Raumstation deutlich auszumachen. Ursprünglich befand sich hier ein riesiger ein See, der vom Kunene River gespeist wurde. Als dieser vor 16.000 Jahren aufgrund von tektonischen Verschiebungen seinen Verlauf änderte und als heutiger Grenzfluss zu Angola weiter nördlich in den Atlantik mündet, trocknete

der See langsam aus und hinterließ eine Salzlake. Soweit die offizielle Version der Geologen. Die Wahrheit vom Ursprung des Salzsees erzählt jedoch eine Legende des San Volkes: Ein hier liegendes Dorf der San People wurde nämlich von Feinden überfallen und alle seine Einwohner wurden getötet. Bis auf eine einzige Frau, die ihr Schicksal mit bitteren salzigen Tränen beweinte, die sich

zu einem großen See vereinten. Doch als ihr Schmerz sich legte, versiegten auch die Tränen und hinterließen als Erinnerung nur einen großen weißen Salzsee.

Reisebericht Etosha Nationalpark Namibia Salzsee

3. Mein schönstes Ferienerlebnis

Das spannendste Erlebnis unserer Etosha Nationalpark Tour war die "Rhino Walking Tour". Während unseres Aufenthalts in der Ongava Lodge nimmt unser Gastgeber Michael uns bei Sonnenaufgang mit auf eine Wanderung. Dass er am Geschmack der noch warmen Kothaufen, die auf dem Weg liegen, Art, Geschlecht und Alter des jeweiligen Tieres bestimmen könne, ist zwar beeindruckend, stellt sich aber schnell als Scherz heraus. Michael erweist sich aber nicht nur als Spaßvogel, sondern auch als erfahrener Ranger und Fährtenleser. Anhand der Spuren im feuchten Sand und von umgeknickten Gräsern und Sträuchern wandern wir abseits der Straße durch die kühle Morgenluft, bis wir in der Entfernung einen großen, schwarzen Schatten erblicken. Ein Breitmaulnashorn, oder genauer eine Breitmaulnashörnin, denn gleich hinter ihr erblickten wir noch zwei kleinere Exemplare, ihre halbwüchsigen Kälber. Friedlich grasen die drei, ihre wuchtigen Köpfe tief im Savannengras versenkt. Michael weiß genau, was zu tun ist. Entgegen der Windrichtung nähern wir uns langsamen Schrittes der kleinen Familie bis auf 5 Meter. Wir haben die einmalige Gelegenheit, die prächtigen Tiere aus nächster Nähe beim morgendlichen Grasen zu beobachten. Wir sind jetzt so nah, dass wir die rhythmischen Kaugeräusche der Mutter hören. Doch plötzlich blickt sie irritiert auf, vielleicht hat das Geräusch meiner Kamera sie

gestört? Michael deutet die Situation richtig und gibt uns Zeichen. Langsam treten wir in gebückter Haltung den Rückzug an. Für den Notfall hat Michael sein Gewehr anschlagsbereit, denn die friedlichen Graser können sehr schnell zur tödlichen Gefahr werden, wenn sie sich gestört fühlen, besonders wenn der Schutzinstinkt gegenüber den Kälbern ausgelöst wird. Doch wir schaffen es ohne weitere Störungen zurück zur Lodge und haben beim anschließenden Frühstück viel zu erzählen.

Reisebericht Etosha Nationalpark Namibia Breitmaulnashorn

4, Tipps für Deine Reiseplanung

4.1. Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für den Etosha Nationalpark ist der Winter der Südhalbkugel, also die Monate von Juni bis Oktober. Dann ist im Norden Namibias Trockenzeit, es gibt so gut wie keinen Regen. Die Straßen sind in gutem Zustand und die Tiere versammeln sich

um die großen Wasserreservoirs und sind leicht zu finden. Die Temperaturen im Winter sind nicht ganz so heiß wie im Sommer, es kann aber dennoch in der Mittagszeit über 30 Grad warm sein. Wenn Du nachts am Lagerfeuer sitzt, kann es auch schon mal kühler als 15 Grad werden und Du brauchst einen Pullover. Die ausgetrocknete Mondlandschaft der Salzpfanne bietet in der Trockenzeit

spektakuläre Fotomotive. Dies ist aber auch die Hauptreisezeit, Du solltest früh buchen, denn die begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten im Park sind schnell ausgebucht. Wir haben uns jedoch nicht an die Empfehlung zur besten Reisezeit gehalten und den Etosha Nationalpark - auch weil es zeitlich nicht anders passte - im Januar, also mitten in der Regenzeit, die offiziell von November bis April dauert, besucht. Wir hatten auch einige heftige Regenschauer, manchmal am Nachmittag oft aber Nachts, während des Tages war es jedoch meist sonnig. Die Mondlandschaft der Etosha erstrahlte während unserer Tour in voller

Blüte und manchmal fühlten wir uns wie auf einer Blumenwiese im Allgäu. Allerdings waren die Straßen in mäßigem Zustand und wir waren froh, einen Geländewagen zu haben mit dem wir sorglos durch die großen Pfützen brettern konnten. Tagsüber war es auch sehr heiß, bis zu 40 Grad, abends war es warm und angenehm, das Lagerfeuer brauchten wir nur zum Grillen, nicht zum Wärmen. Ein

Vorteil war auch, dass weniger Touristen im Park waren, oft hatten wir die Straße für uns alleine. Jedoch wurden uns die wilden Tiere nicht auf dem Silbertablett eines Wasserlochs serviert, wir mussten sie uns hart erarbeiten, aber das war Teil des Spaßes. Da wir mit Volker einen Hobby Ornithologen in unserer Gruppe hatten, war die Regenzeit auch deshalb perfekt, da dann viele Zugvögel aus dem Norden hier überwintern.

4.2. Vier Arten, den Etosha Nationalpark Namibia zu bereisen

  1. Wir haben unsere Reise in den Etosha Nationalpark auf eigene Faust als Mietwagentour organisiert. Wenn Du den gleichen Plan hast, findest Du im weiteren Verlauf des Reiseberichts meine Tipps, die Dir als Selbstfahrer weiterhelfen. Wenn Du dich lieber einer organisierten Tour anschließen möchtest, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
  2. Du kannst Dir von lokalen Reiseexperten in Namibia (aber mit der Sicherheit des Deutschen Reiserechts) Deine Reise maßgeschneidert zusammenstellen lassen. Den Kontakt der lokalen, deutschsprachigen Ansprechpartner Sonja, Kathrin und Silvia findest Du hier*
  3. Du besuchst den Etosha Nationalpark im Rahmen einer Namibia Rundreise eines Deutschen Reiseveranstalters. Hier erhältst Du einen sehr guten Überblick verschiedener Namibia Rundreisen mit Preis- und Angebotsvergleich*.
  4. Du buchst eine Kurztour in den Etosha Park, hier einige Vorschläge für Kurztouren und Reisebausteine für den Etosha Nationalpark.
Reisebericht Etosha Nationalpark Namibia Safari

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4.3. Anreise von Windhoek

Wir haben, wie gesagt, den Etosha Nationalpark im Rahmen einer selbst organisierten Mietwagenrundreise besucht. Zuerst waren wir im Süden und haben uns dann entlang der Küste nach oben vorgearbeitet. Wahrscheinlich wirst Du wie wir am Internationalen Flughafen Hosea Kutako in Windhoek ankommen. Dort kannst Du einen Mietwagen in Empfang nehmen und gleich los fahren. Ich empfehle jedoch, vorher mindestens eine Nacht in Windhoek zu bleiben und / oder auf dem Weg in den Norden zumindest eine Zwischenübernachtung einzuplanen. Theoretisch kannst Du jedoch die gut 430 km bis zum Park auf gut ausgebauten Straßen an einem Tag bewältigen.

 

Wenn Du aus Windhoek kommst, ist das Andersson's Gate (benannt nach dem oben erwähnten schwedischen Forschungsreisenden) im Süden des Parks Dein Eintrittstor in den Etosha Nationalpark. Ein weiteres wichtiges Gate ist im Osten des Parks das Lindequist Gate (genau, benannt nach dem Deutschen Gouverneur…). Wir haben durch dieses Tor den Park wieder verlassen und sind dann in Richtung Osten, in den Caprivi weiter gereist. Es gibt noch zwei weitere Gates, die für uns Touristen weniger interessant sind, das nach einem Ovambo König benannte Nehale Lya Mpingana Gate im Norden und das Galton Gate im Westen.

 

Wenn Du Dir die lange Fahrt im Mietwagen in den Norden sparen willst, besteht auch die Möglichkeit, in Windhoek angekommen noch mit einem Domestic Flug weiter nach Ondangwa zu fliegen. Von dort sind es dann nur noch zwei Stunden Autofahrt bis zum Andersson's Gate. Es gibt auch Charterflüge mit kleinen Privatmaschinen, die direkt auf einem der Airstrips im Nationalpark landen.

4.4. Tipps für Selbstfahrer

Wenn Du mit dem Mietwagen durch den Etosha Nationalpark fährst, hier einige Informationen und Tipps, die wir während unserer Tour gesammelt haben:

  1. Die Straßen im Park sind nicht asphaltiert, aber in der Regel gut befestigt
  2. Wir hatten für unsere Tour einen Geländewagen, ein "4WD" ist jedoch weder vorgeschrieben noch unbedingt notwendig. Lediglich in der Regenzeit ist ein Allradfahrzeug empfehlenswert, wir waren wie gesagt im Januar dort und die Straßen waren teilweise aufgeweicht und hatten Schlammlöcher, so dass wir uns mit unserem Geländewagen sicherer fühlten. Wir hatten übrigens einen der in Namibia sehr beliebten Geländewagen mit einem Dachzelt*
  3. Im Geländewagen ist es auch durch die bessere Federung bequemer und Du sitzt höher, was für die Tierbeobachtung vorteilhaft sein kann
  4. Innerhalb des Parks darfst Du Dein Fahrzeug nicht verlassen, außer in explizit ausgewiesenen und gesicherten Camps, Raststellen und Aussichtpunkten. Auch wenn Du keine Tiere siehst, der Löwe kann bereits hinter dem nächsten Busch auf Dich warten.
  5. Es ist nicht erlaubt bei Dunkelheit durch den Park zu fahren. Die Gates sowie die Übernachtungscamps öffnen bei Sonnenaufgang (je nach Jahreszeit zwischen 6h und 7h) und schließen ihre Tore bei Sonnenuntergang (je nach Jahreszeit zwischen 1730h und 1930h)
  6. Für die Planung Deiner Tagesetappen solltest mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25km/h (incl. Stopps für Tierbeobachtungen) höchstens aber mit 50km/h (ohne Stopps) kalkulieren, um rechtzeitig bei Sonnenuntergang an einem der Gates zu sein.
  7. Sollte Deine Unterkunft außerhalb des Parks liegen, solltest Du die Zeit so planen, auch diese vor Sonnenuntergang zu erreichen, denn auch außerhalb des Parks ist das Fahren in der Dunkelheit nicht zu empfehlen
  8. Beim Eintritt in den Park zahlst Du als Ausländer 80 NAD / Tag und Person (Kinder unter 16 Jahren sind frei) sowie 10 NAD für einen PKW.
  9. Du musst Dich mit Reisepass und Führerschein ausweisen.
  10. Im Parkt herrscht - wie in ganz Namibia - Linksverkehr. Das Steuer Deines Mietwagens befindet sich auf der rechten Seite.

5. Übernachten im Etosha Nationalpark Namibia

5.1. Staatliche Restcamps

Die beste Art, die Magie der Etosha zu erleben, ist eine Übernachtung in einem der sogenannten Restcamps. Für mich war es ein überwältigendes Erlebnis, so nah an der Natur zu sein, mitten im Nationalpark, über Dir der Sternenhimmel der Milchstraße und in

der Entfernung heult eine Hyäne. Die Restcamps sind staatlich geführte Campingplätze, auf welchen Du entweder in Deinem Zelt oder Deinem Campmobil oder aber in einer der einfachen Häuschen übernachten kannst. Es gibt drei Hauptcamps, die für uns Touristen am Interessantesten sind:

  1. Im Osten des Parks beim Lindequist Gate das Namutoni Camp*
  2. Im Süden des Parks beim Andersson's Gate das Okaukuejo Camp*
  3. In der Mitte des Parks, auf halben Weg zwischen diesen beiden Camps, das Halali Camp*

Eine Möglichkeit ist, jeweils eine oder mehrere Nächte im Namutoni und im Okaukuejo Camp zu verbringen, und von dort dann Tagestouren in die Umgebung zu machen, um möglichst viel vom Park zu sehen. Wir haben jedoch zwei Nächte im Halali Camp

in der Mitte des Parks übernachtet, da wir keine Lust auf mehrfaches Kofferpacken hatten und uns hauptsächlich die Region des Salzsees ganz in der Nähe des Camps interessierte. Der Name des Camps kommt übrigens vom "Halali" Schlachtruf der deutschen Jäger aus der Kolonialzeit.

 

Alle Camps verfügen über eine gute Infrastruktur mit Restaurants, Pool, Supermarkt, Tankstelle und Kiosk. Es gibt unterschiedlich große Hütten mit einem oder mehreren Schlafräumen, viele haben auch eine kleine Küche. Vor den Hütten gibt es aber auch Grillstellen, wo Du Dein eigenes Barbecue organisieren kannst. Die Restcamps sind alle zum Park hin eingezäunt, so dass Du Dich innerhalb des Camps frei bewegen kannst. Dort kannst Du übrigens auch organisierte Nachtfahrten bei den dortigen Rangern buchen, eine gute Gelegenheit, da Du ja mit dem eigenen Fahrzeug nicht in der Dunkelheit auf Pirschfahrt gehen kannst. Die staatlichen Restcamps sind übrigens nicht über Hotelseiten wie booking.com oder hotels.com buchbar. Wir haben unsere Reservierung über den Reiseveranstalter DERTOUR* organisiert.

 

Es gibt der Vollständigkeit halber noch drei weitere Camps, das Onkoshi Camp mit 15 Chalets, das aber nicht mit dem eigenen Mietwagen zu erreichen ist, sowie ganz im Westen das Parks das Dolomite Camp mit Luxuszelten und das Olifantrus Camp, das nur für Camper mit eigener Ausrüstung ausgestattet ist.

5.2. Private Safari Camps

Außerhalb des Parks, bzw. direkt an ihn angrenzend, gibt es auch einige sehr komfortable private Safari Camps. Ich mag es ja immer gerne, die einfachen Unterkünfte (wie die Restcamps) für eine Nacht mit dem Luxus eines privaten Camps zu tauschen. Wir haben das Ongava Camp gewählt, eine ganz andere aber mindestens genauso schöne Erfahrung wir die Nächte im Halali Camp. Das Ongava Camp* liegt in einem privaten Wildreservat, das direkt südlich an den Etosha Nationalpark angrenzt. Im (sicher nicht ganz billigen) Preis sind die hervorragenden Mahlzeiten sowie Safarifahrten mit einem professionellen Guide in den Park eingeschlossen. Und wie schon oben beschrieben, war eine weitere eingeschlossene Aktivität, der morgendliche "Rhino Walk" für uns der Höhepunkt des gesamten Aufenthalts. Neben dem Ongava Camp kann ich auch die Mokuti Lodge*, die im Osten an den Park angegrenzt (ganz in der Nähe des Lindequist Gate) empfehlen.

6. Tierwelt im Etosha Nationalpark Namibia

6.1. Säugetiere

Die größte Attraktion des Etosha Nationalparks ist seine Tierwelt, die Du hier in ihrer spektakulären Vielfalt erleben kannst. Die schlechte Nachricht vorweg: Du wirst keine Chance haben, die gesamten "Big 5" also Löwe, Elefant, Büffel, Nashorn und Leopard zu sehen. Wir haben viele Elefanten und drei Löwen gesehen. Aber hatten jedoch kein Glück einen Leoparden zu Gesicht zu bekommen. Wenn Du in der Trockenzeit reist, sind die Chancen für Dich aber größer. Was Du aber weder in Sommer noch im Winter sehen wirst sind Büffel, denn die gibt es im Park nicht. Die große Attraktion des Etosha Nationalparks sind dagegen die Nashörner. Kaum irgendwo sonst ist die Chance so groß, ein Nashorn, besonders auch ein Exemplar des seltenen Spitzmaul-Nashorns (Black Rhino), vor die Kamera zu bekommen. Neben diesen "Big 4" gibt es noch 110 weitere Säugetierarten im Park zu entdecken, unter anderem Geparden, Giraffen, Zebras, Hyänen und Schakale sowie viele unterschiedliche Antilopenarten wie Gnu, Kudu, Eland, Springbock, Oryx, Impala und auch das kleine Dik Dik.


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6.2. Vögel

Berühmt ist der Etosha Nationalpark auch für seine 340 Vogelarten, viele davon Zugvögel, die in der Regenzeit hier überwintern und dann die Wasserflächen bevölkern. Die größte Attraktion sind dabei die Flamingos, die die flachen Wasserlöcher regelmäßig in eine große rosa Wolke hüllen. Wir haben auf unserer Tour auch Eulen und Geier, Strauße und Störche, Haubentaucher und Adler sowie auch eine Kori Trappe, den schwerste fliegenden Vogel überhaupt, gesehen.

6.3. Die besten Spots zur Tierbeobachtung

Wie die meisten internationalen Touristen, blieben auch wir im Ostteil des Parks, in der Gegend um die große Salzpfanne. Wir hörten aber von anderen Reisenden, dass die Region um Olifantsrus im Westen sehr unterschiedlich vom Östlichen Teil ist, mit dichterer,

grünerer Vegetation, hügeliger Landschaft und angenehm leeren Straßen. Es heißt, dies ist die beste Gegend, das fast ausgestorbene Spitzmaulnashorn oder das seltene Hartmann Zebra zu Gesicht zu bekommen.

 

Im Osten des Parks sind besonders während der Trockenzeit die verschiedenen Wasserlöcher die besten Orte, um wilde Tiere zu entdecken. Hier die wichtigsten Wasserlöcher, die wir während unserer Tour besucht haben:

 

Das natürliche Wasserloch Okondeka befindet sich direkt am westlichen Rand der Salzpfanne, etwas nördlich von Okaukuejo. Es gehört zu den besten Orten, an denen Löwen gesichtet werden können. Auch wir haben hier einen gesehen, der in der Hitze des Tages im Schatten eines Strauchs noch seinen "kill" der letzten Nacht verspeiste.

 

Die beste Chance den schüchternen und schwer zu findenden Leoparden vor die Linse zu bekommen, sind die Wasserlöcher Moringa und Goas. Beide liegen ungefähr auf halber Strecke zwischen dem südlichen Andersson Gate und dem Lindequist Gate am östlichen Rand der Pfanne. Leider hatten wir kein Glück, die Leoparden hatten wohl in der Regenzeit zu viele andere Möglichkeiten, ihren Durst zu stillen. Dafür haben wir aber in Goas immerhin Impalas, Gnus und Zebras gesehen. Das künstliche Wasserloch von Moringa befindet sich direkt beim Halali Restcamp, wo wir übernachtet haben. Hier haben wir Elefanten beim Baden beobachtet.

 

Die malerischen Wasserlöcher von Sueda und Salvadora bieten atemberaubende Ausblicke auf die Salzpfanne, die sich bis zum nördlichen Horizont ausdehnt, und sind gute Orte um Geparden zu sehen. Eines der größten Wasserlöcher ist das von Rietfontein, ein regelmäßiger Treffpunkt der Löwen im Nationalpark.

 

Die großen Säugetiere, speziell die Elefanten, wandern in den Monaten der Regenzeit tendenziell eher in den Norden des Parks, zum Beispiel in die Region um Namutoni. In der Regenzeit ist die Chance, Tiere zu sehen in der Gegend um das Namatoni Camp generell am höchsten, da es dort feuchter ist als in der Gegend um das Okakuejo Camp.

 

Diese Tipps können natürlich nur erste Anhaltspunkte sein. Die wilden Tiere halten sich leider - oder eigentlich zum Glück - nicht an von uns Menschen gemachte Regeln und ändern ihr Verhalten ständig, in Abhängigkeit von äußeren Einflüssen wie Wetter, Vegetation und Wasserstand. Es kommt also auf Glück und vor allem auf Geduld an. Die Guides und die Angestellten in den Camps sind immer gute Ansprechpartner für tagesaktuelle Tipps zu lohnenswerten Orten. Die meisten Camps haben auch spezielle Bücher, in welchen Tiersichtungen eingetragen werden und die als Wegweiser für Safari Touren am nächsten Tag dienen können.

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Nützliche Links für den Etosha Nationalpark Namibia


Etosha Nationalpark Karte mit allen Reisetipps


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