Talking about an Evolution

Reisetipps Galapagos Inseln, Ecuador

In diesem Bericht geht es um praktische Tipps für die Reiseplanung. Lest auch meinen zweiten Reisebericht mit Fotos und Videos der Tierwelt auf den Galapagos Inseln. Jeder hat schon einmal von ihnen gehört: Ob im Biologieunterricht beim Thema Genetik und Evolution oder in einer Fernsehreportage über Echsen und Vögel. Die Galapagosinseln sind ein Traumziel für alle Natur- und Tierfreunde - nur leider sowohl etwas abgelegen von den Haupttouristenrouten als auch ziemlich teuer. Wir gönnen uns dennoch den Besuch der Inselgruppe zum Abschluss unserer Reise durch Peru. Da die Inseln politisch zu Ecuador gehören, gibt es Direktflüge nur von Quito und Guayaquil. Von Lima in Peru anreisend, planen wir eine Zwischenübernachtung in Guayaquil, ganz im Süden von Ecuador, bevor es am nächsten Morgen in eineinhalb Stunden über den Pazifik nach Baltra, einem der beiden Flughäfen der Galapagos Inseln, geht.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Inselgruppe zu erkunden: auf einer klassischen Kreuzfahrt kreuzt man zwischen den Inseln und besucht diese während der Landausflüge.

Vorteil: Ihr könnt in kurzer Zeit ganz unterschiedliche Inseln kennenlernen, ohne den Stress, jeden Tag den Koffer zu packen und das Hotel zu wechseln. Wer aber zum Schlafen festen Boden unter den Füßen braucht oder generell zur Seekrankheit neigt, sollte sich fürs Inselhüpfen entscheiden. Dabei könnt Ihr

ebenfalls verschiedene Inseln kombinieren übernachtet aber in Hotels. Die Transfers zwischen den Insel erfolgen dabei durch kleinere Schnellboote. Wir entscheiden uns für eine Mischung der beiden Varianten: Die Basis unseres Aufenthalts ist das Finch Bay Eco Hotel auf der Insel Santa Cruz. Von hier unternehmen wir auf dem zum Hotel gehörenden Schiff Tagestouren zu verschiedenen Inseln des Archipels.

Beste Reisezeit und Reisedauer

Wie lange sollte der Aufenthalt auf den Galapagos Inseln sein? Eindeutige Antwort: es kommt darauf an… Für uns war Peru der Hauptgrund unserer Reise. Aber dann kam der Gedanke: wenn wir schon mal "in der Nähe sind"… wer weiß, ob wir nochmal die

Gelegenheit haben? Da wir aber weder die Zeit noch das Geld für einen langen Aufenthalt auf Galapagos haben, reicht uns

ein Schnupperpaket von drei Nächten. Wir erhalten einen guten Einblick und besuchen neben Santa Cruz mehrere kleinere Inseln, wo wir viele der hier vorkommenden Tiere sehen. In der kurzen Zeit sind wir aber am Ende vollgestopft mit Eindrücken und Informationen, es wäre schön noch etwas mehr Zeit zum

Entspannen zu haben und die Eindrücke sacken zu lassen, auch wenn die Inseln in der Nähe des Äquators kein typisches Badeziel sind. Die meisten Besucher bleiben deshalb ungefähr eine Woche und haben dann Zeit zur Erholung und sehen mehr verschiedene Inseln. Einige

Touristen bleiben bis zu 14 Tagen, aus meiner Sicht aber nur empfehlenswert für wahre Ornithologen und Millionäre.

Und was ist die beste Reisezeit für die Galapagos Inseln? Auch diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Die Inseln liegen nahe am Äquator und sind daher das ganze Jahr über warm und sonnig. In den Monaten Juni bis Dezember ist es durch den Humboldtstrom etwas kühler als in den anderen Monaten und es kommt Mittags häufig zu Regenschauern. Was dazu führt, dass die Inseln grüner sind und viele Tiere aktiver als in den ersten Monaten des Jahres. Wer besonderen Wert auf

Tauchen und Schnorcheln legt findet in Monaten Januar bis Mai die angenehmsten Wassertemperaturen vor. Wir waren im April auf den Inseln und hatten die Gelegenheit, viele der Vögel beim Brüten oder bei der Fütterung ihres gerade geschlüpften Nachwuchses zu beobachten.

Warum die Galapagos Inseln so besonders sind

Nachdem wir auf Baltra gelandet sind - auf der kleinen Insel gibt es im Grunde nur den Flughafen und eine Militärstation - geht es mit einer kleinen Fähre in nur ein paar Minuten hinüber nach Santa Cruz, nach Isabella die zweitgrößte Insel der Galapagos

Gruppe. Vorher haben wir bei der Einreise noch die "Eintrittsgebühr" in Höhe von USD 120 gezahlt. Wie schon zu Beginn gesagt, die Galapagosinseln gehören wahrscheinlich zu den teuersten Urlaubszielen der Welt und offen gesagt, das Preis- / Leistungsverhältnis ist gewöhnungsbedürftig. Bevor wir uns aber darüber ärgern: Mitten im Pazifik gehört die Inselgruppe auch zu den isoliertesten Orten der Welt. Fast alles, von der Flasche Bier bis zum Bus muss per Schiff oder Flugzeug teuer herangeschafft werden. Ein Teil der Touristengelder fließt in die Erhaltung der gefährdeten Fauna und Flora. Ein Nebeneffekt der hohen Preise ist aber auch, dass die Inseln nicht von noch mehr von Touristen besucht werden, mit den damit verbundenen Gefahren für die Tier- und Pflanzenwelt.

Warum überhaupt sind die Galapagos Inseln so besonders? Das Archipel liegt mitten im Pazifik, wo drei tektonischen Platten zusammenstoßen. Die damit verbundenen vulkanischen Aktivitäten - einige Vulkane wie der Wolf und der Cumbre sind heute noch aktiv - ließen die Inseln aus dem Meer herauswachsen, das heißt, sie waren zu keiner Zeit mit einer der großen kontinentalen Landmassen verbunden. Aus diesem Grund konnte sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln, die meisten der hier vorkommenden Spezies sind endemisch, kommen also nur hier vor. Durch das Fehlen von Landsäugetieren konnte sich besonders die Vogelwelt in

einzigartiger Weise entfalten. Die lange isolierte Entwicklung von Tieren und Pflanzen macht die Inselgruppe zu einem Dorado für Evolutionsforscher, Zoologen und Botaniker. Allen voran sammelte Charles Darwin hier die für seine Forschungen zur Evolutionstheorie entscheidenden Erkenntnisse. Dies war der erste Teil meines Galapagos Reiseberichts. Im zweiten Teil erfahrt Ihr, welche Tiere wir auf den Galapagos Inseln beobachtet haben.