Out of Africa: Masai Mara in Kenia

Masai Mara Reisetipps und Reiseinfos

Ich hatte schon zweimal, einmal beruflich und einmal im Urlaub, die Gelegenheit, die Masai Mara zu besuchen. Auch wenn sie offiziell gar kein Nationalpark, sondern "nur" ein "National Reserve" ist, ist sie für mich die Nr.1 unten den Nationalparks Kenias. Im Süden grenzt "die Mara", wie sie von den Einheimischen oft liebevoll genannt wird, an die berühmte Serengeti in Tansania, und bildet zusammen mit dieser ein einzigartiges Ökosystem. Der Nationalpark liegt ca. 150 km südöstlich der Hauptstadt Nairobi, im großen Rift Valley, und erstreckt sich über mehr als 1.500 qkm Savannenland. Der Begriff Masai Mara setzt sich zusammen aus dem Namen der in dieser Gegend lebenden Massai Nomaden, sowie aus dem des Mara Flusses, der den Park im Süden von Tansania trennt.

Wahrscheinlich ist die Masai Mara auch der bekannteste Nationalpark Kenias. Die älteren unter uns erinnern sich sicher noch an den Kinoklassiker "Out of Africa", in welchem Meryl Streep und Robert Redford ihre legendären Flüge über die Mara unternahmen, mit den atemberaubenden Filmaufnahmen der Landschaft und der Tierwelt unter Ihnen. Genauso bekannt ist die Mara aber auch für das einzigartige Naturschauspiel, das sich hier jedes Jahr im Herbst abspielt und unter dem Namen "The great Migration" bekannt ist.

Die "Great Migration" erleben

Die Great Migration, die große Tierwanderung von - so haben es die Wildhüter, ich weiß zwar nicht wie, gezählt - 1,5 Millionen Gnus, 200.000 Zebras und 300.000 Gazellen. Diese durchwandern, zusammen mit vielen anderen Tieren, im Jahresrhythmus einmal im Uhrzeigersinn die Savanne des zusammenhängenden Gebiets der Serengeti und der Masai Mara. Die Grasfresser sind ständig auf der Wanderung. Sie folgen dabei dem Regenfall, immer auf der Suche nach Wasserquellen und frischem, saftigen Gras. Im August / September erreichen sie dabei von Süden kommend den Mara River, der die Masai Mara von der Serengeti trennt. Sie durchqueren den Nationalpark, um dann im November wieder zurück in den Süden zu wanden. Das Überqueren des Flusses ist dann jedes Mal Schauplatz dramatischer Szenen, wenn tausende Gnus gleichzeitig versuchen, das schlammige Ufer zu überwinden und den Fluss zu durchschwimmen, immer bedroht von den dort bereits auf sie wartenden Krokodilen.

Doch nicht nur am Fluss, auch während der gesamten Wanderung sind die Gnus und Zebras permanenter Gefahr ausgesetzt, und viele überleben die anstrengende Wanderung nicht. Die Tiere werden begleitet von Löwen, Hyänen und anderen Raubtieren. Für diese sind die Herden ein wandernder Supermarkt mit durchgehender Öffnungszeit. Sie nutzen jeden Gelegenheit, die schwachen und kranken Tiere von der Herde zu isolieren, und so ohne große Anstrengung ihre tägliche Fleischration zu sichern. So grausam sich das alles anhört, letztendlich ist es der Kreislauf der Natur, und ein wichtiger Beitrag, das Gleichgewicht des fragilen Ökosystems über die natürliche Auslese und dem "Survival of the fittest" zu erhalten. Wir hatten einmal das Glück zur richtigen Zeit in der Gegend zu sein. Die Fahrt mit dem Geländewagen mitten durch die großen Herden von Tausenden Tieren, gehört für mich immer noch zu den Reiseerlebnissen, die mich in meinem Leben am meisten beeindruckt haben.

Auf der Suche nach den "Big 5"

Die Masai Mara hat die größte Konzentration an Löwen aller Nationalparks weltweit - eine schlechte Nachricht für alle Beutetiere; eine gute Nachricht für alle Besucher, die darauf hoffen, den "König der Tiere" in seiner natürlichen Umgebung vor die Kamera zu bekommen.

 

Nicht nur die Chance einen Löwen zu sehen ist hier groß, auch die anderen Vertreter der "Big 5", Elefant, Leopard, Nashorn und Büffel, sind in der offenen Savanne der Masai Mara mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu erblicken. Wenn auch das "Black Rhino", das Spitzmaulnashorn, hier wie auch andernorts vom Aussterben bedroht ist.

 

Doch neben den Großen 5 hat die Mara noch sehr viel mehr zu bieten. In den Flüssen und Wasserlöchern haben es sich die Krokodile und Flusspferde bequem gemacht. Neben den vielen Zebras, Antilopen, Gnus, Gazellen, Warzenschweinen und Hyänen fallen besonders die für ihre spezielle Musterung bekannten Massai Giraffen auf, wenn sie majestätisch durch die Savanne schreiten.

Im Heißluftballon über die Savanne schweben

Die einzigartige Schönheit der Savannenlandschaft könnt Ihr besonders eindrucksvoll erleben, wenn Ihr während Eures Aufenthalts in der Masai Mara einmal in die Luft geht. Ich hatte einmal die Gelegenheit, an einer Fahrt im Heißluftballon über die Mara teilzunehmen, und bin bis heute begeistert von diesem "once in a lifetime" Erlebnis. Ihr werdet ganz früh am Morgen an Eurer Unterkunft abgeholt. Im Dunkel der Nacht könnt Ihr beobachten, wie der knallbunte Ballon langsam mit heißer Luft gefüllt wird und sich aufrichtet. Im Licht des Sonnenaufgangs geht es dann im engen Korb, am Ballon hängend hinauf in die Lüfte. Unter Euch erstreckt sich die Weite der Savanne. Hügel und Flußläufe werden erkennbar, und am Horizont erheben sich die Berge des Rift Valleys. Die Elefanten und Giraffen, die während der Safarifahrt am Vortag noch riesig erschienen, sind plötzlich ganz klein und nur als winziger Punkt am Boden zu erkennen.

Unser Ballonfahrer steuert aber durch Zu- und Abführung von Heißluft die Höhe unseres Ballons, so dass wir, immer wenn es etwas spannendes zu sehen gibt, hinunter  gleiten, bis die Tierwelt unter uns wieder mit allen Details zu erkennen ist. Ich könnte ewig auf diese Weise schwerelos durch die Luft schweben. Doch nach eineinhalb Stunden ist die Fahrt auch schon vorbei. Nach der Landung gibt es mitten in der Einsamkeit der Savanne dann noch ein luxuriöses Frühstück. Aus dem Nichts zaubern unsere Gastgeber eine Tafel mit roter Tischdecke und vielen Köstlichkeiten hervor. Der heiße Kaffee und die Omeletts werden auf dem Gasbrenner, der kurz zuvor noch unseren Heißluftballon in die Luft steigen ließ, vor unseren Augen zubereitet.

Die Kultur der Massai kennenlernen

Neben der abwechslungsreichen Tierwelt und der atemberaubenden Natur hat die Masai Mara noch mehr zu bieten. Wie bereits berichtet, erhielt der Park einen Teil seines Namens durch den Stamm der Massai, die im Süden Kenias und im Norden von Tansania beheimatet sind. Ein Besuch der Mara bietet daher eine gute Gelegenheit, mehr über die stolzen Nomaden der Savanne zu lernen. Eine solche kulturelle Begegnung ist zugegeben immer ein schmaler Grat. Natürlich sind die Ausflüge, die von vielen Hotels und Lodges zu den traditionellen Massai Dörfern unternommen werden oft sehr touristisch, und die Reisegruppen werden im Schnelldurchlauf durch die - Manyatta genannten- kleinen Siedlungen gedrängt, hin zu einem Verkaufsstand, wo Perlenketten und rote Decken zum Kauf angeboten werden. Es gibt aber auch Organisatoren von authentischeren Ausflügen, die sich - in enger Zusammenarbeit mit den Einheimischen - mehr Zeit nehmen, und dem Besucher ernsthaft die Möglichkeit bieten, sich mit der uns so fremden, und manchmal widersprüchlichen, Kultur des Massai Volkes auseinander zu setzen. Wenn Ihr an der Massai Kultur Interesse habt, lohnt es sich auf jeden Fall, nach einem der "besseren" Ausflüge zu suchen. Als Anhaltspunkt kann bereits die Länge der Tour dienen, eine einstündige Besichtigungstour ist wahrscheinlich weniger authentisch als ein Tagesausflug, vielleicht auch verbunden mit einer von einem Massai begleiteten Wanderung oder - wenn Ihr Eure Komfortzone bewusst einmal verlassen wollt - einer Übernachtung in einem der Massai Manyattas.

Wie ist das Klima in der Masai Mara?

Die Masai Mara liegt einerseits nur ca. 300 km südlich des Äquators, andererseits befindet sie sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 1500 bis 1700 Meter, was mir nie so ganz bewusst wird, wenn ich die endlose, flache Ebene betrachte. Diese Lage hat zur Folge, dass es tagsüber zwar heiß werden kann und Tagestemperaturen von 30 Grad keine Seltenheit sind. Nachts und in den frühen Morgenstunden kann es aber dagegen empfindlich kalt werden. Ich werde nie den Augenblick vergessen, als ich es mir das erste Mal in unserem Zeltcamp unter der Decke für die Nacht bequem machen wollte, und wie von der Tarantel gestochen aufsprang, weil meine Zehen unter der Decke auf etwas Warmes gestoßen waren, was sich eben wie genau diese Tarantel, ein Skorpion oder eine Schlange anfühlte. Die Decke wegreißend, entdeckte (im wahrsten Sinne des Wortes) ich dann eine dieser altmodischen, mit heißem Wasser gefüllten Wärmflaschen. In dieser und auch allen folgenden Nächten sollte ich diese fürsorgliche Geste unserer Gastgeber noch sehr zu schätzen lernen. Auch bei den morgendlichen Safarifahrten, die vor Sonnenaufgang in den zugigen, offenen Geländewagen durchgeführt werden, ist warme Kleidung, inklusive Mütze und - für die wahren Frostbeulen unter uns - auch Handschuhe, angesagt.

Was ist die beste Reisezeit für die Masai Mara?

Die kühlsten Monate des Jahres sind Juni und Juli, dann ist es tagsüber angenehm warm, nachts kann es jedoch empfindlich kalt werden. Am wärmsten ist es im Dezember und Januar, wenn es tagsüber heiß werden kann. Der meiste Regen fällt in den Monaten März bis Mai, sowie in einer zweiten kurzen Regenzeit von November bis Dezember, mit teilweise starken Regenfällen, oft jedoch auch nur nachts. Die beste Reisezeit für die Masai Mara sind die Monate August bis November. Dann ist es trocken, nicht zu heiß, nicht zu kalt und zusätzlich ist dies auch die Zeit der "Great Migration" der großen Gnu Wanderung durch die Savanne. Die Kehrseite der Medaille: dies ist dann natürlich auch die teuerste Reisezeit sowie die Monate mit dem höchsten Touristenaufkommen. In diesen Monaten kann es schon mal vorkommen, dass sich ein ganzer Konvoi von Geländewagen um ein, seine Beute verspeisendes, Löwenrudel scharrt. Was einem authentischen Erlebnis etwas abträglich sein kann. Eine weitere beliebte Reisezeit sind die Monate Januar und Februar. Dies ist zwar die wärmste Reisezeit, aber es ist trocken. Außerdem ist dies eine sehr aktive Zeit. Viele der Tiere bekommen jetzt ihren Nachwuchs, es gibt die Chance, die Geburt eines Gnukalbs mit zu erleben oder die frisch geborenen Jungtiere bei ihren ersten Gehversuchen zu beobachten.

Wie ist die Anreise in die Masai Mara?

Die Masai Mara liegt ca. 270 km südlich der Hauptstadt Nairobi. Die meisten Lodges können von dort Transfers organisieren. Aufgrund der zum Teil schlechten Straßenverhältnisse müssen jedoch ca. 6 Stunden Transferzeit pro Strecke eingeplant werden. Wer nicht zwei kostbare Urlaubstage auf der Straße verlieren möchte, hat die Möglichkeit, von Nairobi (direkt vom internationale Kenyatta Airport oder vom nationalen Wilson Airport) einen kurzen 45-minütigen Flug zu einer der drei Landebahnen der Mara (Keekorok, Olkiombo and Musiara) zu buchen, um dort mit dem Geländewagen abgeholt und zur Unterkunft gebracht zu werden. Wer seinen Urlaub an der Küste des Indischen Ozeans verbringt, hat die Möglichkeit, auch von Mombasa in knapp zwei Stunden in die Mara zu fliegen. Wer im eigenen Fahrzeug anreisen möchte, sollte beachten, dass in den Regenmonaten der Zugang zum Nationalpark nur für Allradfahrzeuge erlaubt ist.

Wo übernachten in der Masai Mara?

Ein Vorteil der Masai Mara ist, dass es ziemlich viele Unterkünfte, auch für die verschiedenen Budgets und Qualitätsansprüche gibt. Bis auf wenige Ausnahmen befinden sich die Camps, Hotels und Campingplätze außerhalb des Parks. Dies ist aber prinzipiell kein Nachteil, landschaftlich unterscheidet sich das Umland nicht wirklich vom Inneren des Parks, und für die Pirschfahrten ist man immer sehr schnell an den Parkeingängen und kurz danach mitten im Geschehen. Wenn Ihr Euch einmal etwas Luxus gönnen möchtet, ist das Governors Camp eine gute Wahl. In der Nähe des südlichen Eingangs gelegen, bietet das Governors mit seinen luxuriösen, klassischen Safarizelten und einem exzellenten Service, alle Annehmlichkeiten, die man sich wünschen kann -allerdings auch zu entsprechenden Preisen. Ich hatte einmal die Gelegenheit, eine Nacht dort zu verbringen und habe es sehr genossen. Eine andere, wie ich finde sehr gute Lodge, mit einem etwas moderateren Preis-/Leistungsverhältnis ist die Kitchwa Tembo Lodge, wo wir einmal fünf tolle Safaritage verbringen durften. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, kann zum Beispiel das Mara Springs Tented Camp wählen. Es bietet weniger Luxus, aber dennoch echtes Safari Feeling, Das Zeltcamp liegt in der Mara Simba Region, etwas weiter vom Eingang des Parks entfernt. Für alle, die günstig und gleichzeitig nah an der Natur übernachten möchten, gibt es eine Reihe guter Campingplätze, um den Nationalpark herum gelegen. Hier könnt Ihr Eure eigene Zeltausrüstung mitbringen oder wahlweise auch ein Zelt direkt vor Ort mit der notwendigen Ausrüstung mieten. 

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