Kuba Mietwagen Reisetipps

17 Dinge, die Ihr für Eure Kuba   Mietwagentour wissen müsst

1. Mietwagen, Bus oder Sammeltaxi?

Kuba eignet sich im Vergleich zu anderen exotischen Urlaubsländern relativ gut, um mit dem Auto entdeckt zu werden. Das Straßennetz ist befriedigend ausgebaut und Auto fahren ist meist sicher. Dennoch hängt die Entscheidung, wie Ihr Kuba bereisen wollt, letztendlich von Eurer individuellen Reiseplanung ab. Auch für Überlandfahrten gibt es zahlreiche Alternativen zum Mietwagen. Busfahrten sind günstig, aber natürlich nicht so bequem und schnell wie ein Mietwagen. Wer mehr Wert auf Komfort legt und nicht zu viel Zeit verlieren möchte, kann mit einem Sammeltaxi (Taxi Collectivo) von Ort zu Ort reisen. Mit Glück und Ver-handlungsgeschick sind auch Fahrten mit dem privaten Taxi zu erschwinglichen Preisen zu erhalten.

2. In den Städten öffentliche Verkehrsmittel nutzen

In den Städten benötigt Ihr kein Auto, im Gegenteil, das ist dort eher hinderlich. Busse, Taxis und die "Bicitaxi" genannten Fahrrad Rikschas sind günstig -und geeignet, größere Entfernungen bei Stadtbesichtigungen zu überbrücken. Wenn Eure Kubareise in einer der größeren Städte beginnt, plant die Anmietung und Abgabe des Mietwagens entsprechend, auch um Mietkosten zu sparen.

 

Die wichtigen Mietwagenanbieter haben z.B. in Havanna Anmietstationen direkt in der Innenstadt, wo man das Fahrzeug bequem am Tag der Abreise aus der Stadt in Empfang nehmen kann.

3. Frühzeitig buchen

Der wichtigste Tipp zu Mietwagen in Kuba: Rechtzeitig buchen! Die großen internationalen Mietwagenfirmen wie Avis oder Hertz sind auf Kuba nicht vertreten, stattdessen gibt es lokale Anbieter, wie zum Beispiel Cubacar oder Rex. Aufgrund der Import-beschränkungen für ausländische Fahrzeuge sind Mietwagen auf der Insel ein knappes Gut und besonders in der Hochsaison bereits Monate im Voraus ausgebucht.

4. Zeit und Geduld mitbringen

Auch bei der Anmietung des Mietwagens funktioniert einiges anders, als man es bei den großen inter-nationalen Anbietern gewohnt ist. Stellt Euch bei der Übernahme Eures Mietwagens auf längere Wartezeiten ein. In den Büros der Autovermieter weht noch der Wind des Sozialismus und, die Prozesse sind nicht so glatt durchorganisiert wie anderswo. Habt Ihr am Tag der Anmietung noch eine lange Fahrt geplant, kann es helfen, den Mietwagen bereits am Nachmittag des Vortages zu übernehmen, um am nächsten Morgen pünktlich aufbrechen zu können.

5. Reisepass und Bargeld bei Anmietung bereithalten

Bei der Fahrzeugübernahme muss der Reisepass vorgelegt werden, Führerschein und Ausweis reichen nicht aus. Liegt dieser noch im Hotelsafe, verliert Ihr Zeit und Nerven, ich spreche aus Erfahrung. Aufgrund der instabilen Internetverbindungen kann es passieren, dass das Kreditkartenabbuchungsgerät nicht funktioniert und die Kaution nicht abgebucht werden kann. In diesem Fall muss die Kaution in Bar hinterlegt und die notwendige Summe in CUC bereit gehalten werden. Was im Zweifelsfall eine weitere Verzögerung durch das Umtauschen von Geld in der nächsten Wechselstube notwendig macht (natürlich muss man auch hier mit langen Wartezeiten rechnen…). Ich hoffe, dies alles klingt nicht zu abschreckend, habt Ihr den Mietwagen erst einmal in Empfang genommen, wird alles viel einfacher und Ihr könnt wieder entspannen.

6. Zusatzkosten bei der Anmietung beachten

Wichtig zu wissen ist auch, dass es in Kuba üblich ist, das Fahrzeug mit vollem Tank anzumieten und mit leerem Tank zurückzugeben. Die Zusatzkosten für die erste Tankfüllung (ca.75-90 CUC) müssen bei Anmietung gezahlt werden.

 

In der Regel ist auch kein Versicherungsschutz in den vorab gebuchten Paketen enthalten und die Vollkaskoversicherung (ca. 20 CUC / Tag) wird ebenfalls erst bei Anmietung gezahlt.

7. Besser mal nach dem Weg fragen

In Kuba sind Schilder mit Richtungsangaben eher selten zu finden. Aufgrund der vielen Straßenbauaktivitäten sind Straßenkarten oft auch nicht auf dem neusten Stand und Umleitungen sind nicht wirklich klar ausgeschildert.

Fragt also lieber einmal mehr als zu wenig einen Einheimischen nach dem Weg, bevor Ihr viele Kilometer in die falsche Richtung fahrt, wenn Ihr Euch nicht ganz sicher seid.

8. Die richtige Spurwahl auf Autobahnen

Die acht zollfreien Autobahnen ("autopistas") des Landes verbinden Havanna mit den anderen wichtigen Städten Kubas. Die autopistas sind oft dreispurig und in sehr unterschiedlichem Zustand. Mein Eindruck war, dass je weiter man sich von Havanna entfernt, der Zustand der Straßen schlechter wird. Rechnet daher immer mit plötzlich vor Euch auftauchenden Schlag-löchern, die Euren Mietwagen durchschütteln, wenn Ihr nicht mehr ausweichen könnt. Auf den Autobahnen wird nicht links überholt, jeder wählt seine dauerhafte Fahrspur, schneller fahrende Autos fahren bei Bedarf links oder rechts vorbei. Meidet wenn möglich die rechte Spur, sie wird von den schweren LKW genutzt und entsprechend gibt es hier die tiefsten Schlaglöcher.

9. Mit Gegenverkehr auf Autobahnen rechnen

Auch auf den Autobahnen muss man immer mal mit Gegenverkehr rechnen. Auf- und Ausfahrten sowie Raststätten und Tankstellen gibt es meist nur auf einer Seite, so dass die Fahrzeuge der Gegenrichtung einmal die Autobahn kreuzen müssen um dorthin zu gelangen. Fahrt also an diesen Stellen immer besonders vorsichtig, hier herrscht ohnehin eine Höchstgeschwindigkeit von 60km/h. Auch kann es vorkommen, dass der lokale Verkehr die Autobahn schon mal als Abkürzung nutzt, und einem auf der rechten Spur ein Fahrrad, Moped oder ein Bauer mit Eselkarren entgegenkommt. Am besten immer mit allem rechnen.

10. Tempolimits einhalten

Die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen beträgt 100km/h bzw., wie gerade schon erwähnt, 60km/h an den vielen Kreuzungspunkten.

 

Kuba ist ein Land der Geschwindigkeitskontrollen. An vielen Stellen warten Polizeifahrzeuge hinter Bäumen, Brückenpfeilern und Schildern auf Kundschaft. Offizielle Polizisten tragen übrigens eine Plakette mit Nummer auf der Uniformbrust.

Es gibt Geschichten von privaten "Polizisten" in Operettenuniformen, die die Geschwindigkeitskontrolle von Touristen als lukratives Geschäftsmodell entdeckt haben.

11. Don't drink and drive!

In Kuba herrscht eine Null Promille Alkoholgrenze. Im Land der Mojitos und Daiquiris sicher eine gute Entscheidung. Ebenso besteht Anschnallpflicht. Auch wenn viele der nostalgischen Oldtimer gar nicht mit Gurten ausgerüstet sind, bei den Mietwagen gibt es diese Ausrede nicht.

 

Parken in den Städten ist in Kuba relativ sicher. Sofern Euer Hotel keine eigenen Parkplätze hat, solltet Ihr dennoch für ein paar CUC einen der überall angebotenen bewachten Parkplätze vorziehen.

12. Rechtzeitig volltanken!

Das Tankstellennetz auf Kuba ist nicht so dicht, wie wir es aus Europa kennen. Daher sicherheitshalber die Nadel der Tankanzeige nicht bis zum Anschlagpunkt ausreizen und rechtzeitig nach einer Tankstelle Ausschau halten. Es wird empfohlen, nicht die kleinen No-Name Tankstellen zu nutzen sondern besser bei einer der großen Ketten wie "Oro Negro" oder "Cupet" zu tanken, wo die Qualität des Kraftstoffs besser kontrolliert ist.

Die meisten Mietwagen benötigen den Kraftstoff "Especial" mit 94 Oktan. Die Benzinpreise sind ungefähr auf dem Niveau wie bei uns (ca. 1,40 CUC / Liter, Stand August 2017).

13. Bei Reifenpanne Reparaturwerkstatt suchen

Wegen der zum Teil schlechten Straßenverhältnisse kann es vielleicht mal zu einer Reifenpanne kommen. Auch in den kleinsten Dörfern ist man darauf eingerichtet, überall gibt es Reparaturdienste. Am besten einfach einen Passanten nach der nächsten Werkstatt fragen.

 

Das Reparieren eines Reifens sollte ungefähr 5-10 CUC kosten, fragt immer vorher nach dem Preis. Dies ist auf jeden Fall günstiger, als den beschädigten Reifen von der Mietwagenfirma in Rechnung gestellt zu bekommen.

14. Nicht nach Einbruch der Dunkelheit fahren

Soweit irgendwie möglich, solltet Ihr niemals nach Einbruch der Dunkelheit fahren. Viele Straßen sind schlecht oder gar nicht beleuchtet.

 

Da das gleiche für viele Fahrräder, Mopeds und Traktoren gilt - auch frei herumlaufende Kühe und Esel sind meistens unzureichend beleuchtet - kann es schnell schon mal zu unerwünschten Begegnungen kommen.

 

15. Tramper mitnehmen?

Trampen ist auf Kuba sehr verbreitet. An vielen Straßenecken und an den Auffahrten der Autobahnen hoffen Reisende auf eine Mitfahrgelegenheit. Jeder muss selbst entscheiden, ob er Anhalter mitnehmen möchte oder nicht. Ich habe auf einer längeren Fahrt den Schwiegersohn meiner Vermieterin mitgenommen, der zu Besuch in Havanna war und zurück nach Trinidad wollte, und fand es spannend, einmal richtig viel Zeit zu einem Austausch mit einem Einheimischen über das Leben in Kuba zu haben. Auch kannte er viele Schleichwege und Abkürzungen, die ich alleine mit meiner Landkarte so nie gefunden hätte. Auf der Fahrt nach Varadero habe ich einmal einen Polizisten mitgenommen, der zwei große Verkehrsschilder mit Tempoangaben transportieren musste und in meinem Kofferraum verstaute. Das erwies sich als sehr nützlich, als wir dann selbst in eine Geschwindigkeitskontrolle gerieten (kein Witz!). Der Radioempfang auf Überlandfahrten ist übrigens ziemlich schlecht, ich habe oft keinen Sender gefunden. Ein bisschen Unterhaltung durch Mitreisende ist daher auch ganz angenehm.

16. Kubaner sind keine Macho Autofahrer

Was mich sehr überrascht hat ist, dass die Kubaner beim Autofahren keine Machos sind, die, wie es die Klischees anderer südlicher Länder aufzeigen, laut hupend und mit quietschenden Reifen durch die Gegend fahren.

 

Ich habe die Kubaner als sehr umsichtig und fast schon defensiv am Steuer erlebt. Zum Beispiel ist es üblich, auch an einem Vorfahrt Achten Schild wie bei einem Stoppschild vollständig abzubremsen. Vielleicht liegt das ja an der Liebe der Kubaner zu ihren Oldtimern, und der Angst, diese aufwendig restaurierten und gepflegten Fahrzeuge bei einem Unfall zu beschädigen?

17. Mietwagen pünktlich und mit leerem Tank zurückgeben

Am Ende der Mietwagentour ist es wichtig, das Auto wieder rechtzeitig abzugeben. Wenn nicht anders vereinbart, gilt die 24h Regel, d.h. wurde das Fahrzeug um 12h übernommen, muss es auch um 12h wieder zurückgegeben werden. Eine verspätete Rückgabe, auch schon von nur einer Stunde, kann besonders in der Hochsaison sehr teuer werden. Plant also genug Zeit ein, denn nicht immer ist die Abgabestation ganz leicht zu finden. Was Euch hier entgegen kommt ist, dass Ihr jetzt nicht nochmal nach einer Tankstelle suchen müsst. Die erste Tankfüllung habt Ihr ja bereits bei der Anmietung gezahlt und Ihr könnt den Mietwagen mit (fast) leerem Tank zurückgeben.

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