Langstreckenflug Tipps

Survival of the fittest: Tipps und Tricks, einen Langstreckenflug zu überstehen...

Jede Fernreise beginnt in der Regel mit einen mehr oder weniger langen Flug. Nicht selten sitzen wir 24 Stunden oder länger in einem oder mehreren Fliegern fest. Umso wichtiger ist, diese Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Wie ergattere ich den besten Sitzplatz? Was gehört ins Handgepäck? Welche Kleidung soll ich tragen? Was ist beim Check in, beim Security check und beim Boarding zu beachten? Hier die 45 Tricks und Tipps, die ich während meiner vielen Flüge zusammengetragen habe:

1. Die richtige Airline wählen

Am Anfang steht die Wahl der richtigen Airline. Wir suchen alle nach dem besten Deal. Nicht immer ist aber der günstigste Flug die beste Wahl, gerade beim Langstreckenflug lohnt manchmal der extra Euro. Etwas mehr Sitzplatzabstand oder Sitzbreite, ein eigener Bildschirm mit privatem Entertainmentsystem, Wifi und die Ladestation am Sitz…. Es gibt viele Unterschiede. Einen guten Überblick findet Ihr z.B. auf der Seite von Seatguru

 

2. Die richtige Klasse wählen

Als Normalverdiener fliegen wir in der Regel Holzklasse. Dennoch lohnt ein Check. Der Aufpreis für einen Premium Eco Sitz mit mehr Beinfreiheit ist oft gar nicht so teuer und lohnt besonders bei langen Nachtflügen. Ab und zu gibt es auch interessante Businessklasse Tarife. Fragt auch noch beim Check in nach dem Aufpreis für ein Upgrade. Wenn die Businessklasse nicht voll ist, gib es manchmal kurzfristige Schnäppchen.

3. Meilen sammeln

Für Vielflieger lohnt die Teilnahme an Loyalty Programmen, die von vielen Gesellschaften und Allianzen wie Star Alliance oder OneWorld angeboten werden. Habt Ihr genug Meilen gesammelt, gönnt Euch mal ein bequemes Upgrade.

4. Stopover einplanen

Viele schwören auf Nonstop Flüge. Habt Ihr jedoch keinen Zeitdruck, kann es angenehmer sein, einen langen Flug zu unterbrechen, idealerweise auf halber Strecke. Bei längeren Zwischenstopps bieten viele Fluggesellschaften kostenlose Ausflüge, Stadtrundfahrten oder sogar eine freie Übernachtung an.

5. Clever umsteigen

Lässt sich ein Stopp ohnehin nicht vermeiden, achtet darauf, dass der Stopp weder zu lang noch zu kurz ist, und idealerweise zeitlich nicht völlig entgegen des eigenen Biorhythmus liegt. Wer hat schon Lust völlig übermüdet sechs Stunden auf einem Plastikstuhl in einer heißen und lauten Transithalle zu verbringen? Zu kurze Stopoverzeiten bergen die Gefahr, dass Ihr oder Euer Gepäck bereits bei leichter Verspätung den Anschlussflug zu verpasst. Wenn möglich, vermeidet einen Zwischenstopp in den USA z.B. auf dem Weg nach Kanada oder Südamerika. Das Gepäck muss erneut eingecheckt werden und alle Transitreisenden müssen durch die Passkontrolle. 

6. Frühzeitig einen guten Sitzplatz sichern

Bei einigen Airlines kann der Sitzplatz gleich bei Buchung kostenlos festgemacht werden. Die meisten Gesellschaften haben dies aber als Zusatzeinnahme erkannt und bieten diesen Service nur noch gegen Kosten an. Meist ist es dann aber möglich, je nach Airline 24-72 Stunden vor Abflug online einzuchecken. Setzt Euch hierfür einen Termin: sobald der Check in geöffnet ist, sind die besten Plätze schnell weg. Welcher Platz aber ist der Richtige? Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, was ihm am Wichtigsten ist. Hier die aus meiner Sicht wichtigsten Anhaltspunkte:

7. Notausgang pro und contra

Besonders beliebt -  wegen der größeren Beinfreiheit - sind Plätze am Notausgang oder in der ersten Reihe eines Blocks (hinter der Küche oder den Toiletten). Besonders wenn Du wie ich lange Beine hast. Nachteil: Hier ist oft viel los. Oder man ist Sitznachbar einer Familie mit drei Kindern (die hier bevorzugt platziert werden), die während der ganzen Nacht unterhalten werden wollen. Oder das Baby schläft sanft im Kinderbett - das allerdings genau vor Dir an der Wand eingehängt ist und damit die erhoffte Beinfreiheit wieder zu Nichte macht. Vermeidet den mittleren Sitzblock: dieser wird gerne von Nachtwanderern genutzt, um auf die andere Seite des Fliegers zu wechseln, ohne Rücksicht auf ausgestreckte Beine unter den Decken.

8. Platz am Notausgang sichern

Trotz aller Nachteile: Ich bin Fan der Notausgang Plätze. Mit einem geschickt platzierten, festen Handgepäck als Fußablage (das darf nach dem Start wieder aus dem Gepäckfach geholt werden) zaubert man sich fast schon ein bequemes horizontales Businessklasse Bett. Viele Airlines haben die Attraktivität der Plätze mit Beinfreiheit erkannt und bieten diese im Vorfeld gegen Aufpreis an. Oft sind sie dann bereits alle belegt, wenn der kostenlose check in beginnt. Versucht Euer Glück auch telefonisch bei den Reservierungszentralen der Fluggesellschaften: Manchmal klappt es mit etwas Charme, bei einer netten Service Center Mitarbeiterin einen der begehrten Plätze im Vorfeld zu ergattern.

9. Platzreservierung bei Code Share Flügen

Bei sogenannten Code Share Flügen (Im Rahmen einer Allianz wird der Flug einer Gesellschaft unter der Flugnummer einer anderen durchgeführt) kann aus technischen Gründen der Sitzplatz oft weder bei der einen noch der anderen Gesellschaft online reserviert werden. Versucht es auch hier telefonisch und lasst Euch nicht abwimmeln: mit etwas Durchhaltevermögen schafft Ihr es, einen guten Platz zu erhalten, Euer Körper wird es Euch danken.

10. Fenster- oder Gangplatz?

Eine Frage, die Generationen von Globetrottern spaltet. Ich bevorzuge das Fenster. Du kannst Dich beim Schlafen gegen die Wand lehnen und wirst nicht von den Nachtwanderern angerempelt oder vom Getränkewagen fußamputiert. Nachteil: Bei nervöser Blase muss der schlafende Sitznachbar mit einer einem chinesischen Zirkusartisten abgeschauten akrobatischen Einlage überwunden werden, um die Toilette zu erreichen.

11. Eine freie Sitzreihe sichern

Ein weiterer Vorteil des Gangplatzes, wenn der Flug nur halb voll ist: Sobald die Durchsage "boarding completed" erklingt, nutzen clevere Vielreisende die Chance, eine Kombination aus mehreren freien Plätzen nebeneinander zu ergattern, idealerweise eine komplett freie Reihe, der Jackpot aller Touristenklasse Flieger. Sitzt Du am Fenster, ist diese Chance meist vorbei, bevor Du aus Deiner Ecke heraus bist.

12. Sitzplatz taktisch reservieren

Reserviert Euren Sitzplatz taktisch: Reist Ihr zu zweit, bucht bei einer Dreier Konfiguration einen Fenster- und Gangplatz. Ist der Flieger nicht ausgebucht, besteht die Chance, dass der Mittelplatz frei bleibt und ihr Euch etwas ausbreiten könnt. Habt Ihr kein Glück, ist der Mittelplatzbesitzer sicher glücklich, mit einem von Euch zu tauschen, so dass Ihr trotzdem nebeneinander sitzen könnt. Alleinreisende können den Trick auch anwenden und buchen einen Platz in einer Reihe, in welcher bereits Fenster- oder Gangplatz von einem anderen Einzelreisenden geblockt ist. Noch größer ist die Chance im Mittelblock, sind z.B. in einer Viererkonfiguration bereits zwei Plätze am Gang und daneben von einem Paar belegt, bucht den Gangplatz auf der anderen Seite. Ist der Flug nicht völlig ausgebucht, ist die Chance groß, dass der ungeliebte Mittelplatz neben Euch frei bleibt: Luxus pur bei einem langen Nachtflug. 

13. Noch mehr Sitzplatz Tipps

Es gibt noch weitere Tipps und Fallstricke zu beachten: Bei Plätzen in der Nähe der Toiletten bilden sich Warteschlangen und Türen werden aufgerissen und zugeschlagen. Die Plätze in der Nähe der Küche sind beliebt als Treffpunkt für spontane Partys - in beiden Fällen nicht der ideale Platz für eine angenehme Nachtruhe. Sitze direkt vor der Küchen- oder Toilettenwand lassen sich nicht nach hinten lehnen, im schlimmsten Fall riecht es dort auch gegen Ende des Fluges nicht mehr so gut. Im hinteren, enger zulaufenden Teil des Flugzeuges gibt es je nach Zuschnitt Plätze ohne Vordersitz oder mit weniger Sitzen pro Reihe, in beiden Fällen interessant, sucht man nach Bewegungsfreiheit. In einigen Fällen gibt es im oberen Deck (das normalerweise der First- und Businessclass vorbehalten ist) auch einige Reihen der Touristenklasse. Hier heißt es zugreifen: oben ist es ruhiger und meist ist auch der Service persönlicher.

14. Sitzplatz check im Internet

Webseiten, die sich auf diese Fragen spezialisiert haben sind z.B. Seat Guru und Seat Expert. Dort werden für alle Airlines und Flugzeugtypen die Sitzplätze durch ein übersichtliches Farbsystem beurteilt. 

15. Ein kostenloses Upgrade erhaschen

Ein eigenes Kapitel bei der Frage der Sitzplatzwahl bildet das Thema kostenloses Upgrade. Nichts ist verlockender, als ohne Aufpreis den Luxus eines Business- oder gar Firstclass Fluges zu genießen. Um es vorweg zu sagen: In Zeiten eines computergesteuerten Yield Managements - die Auslastung der Flüge wird z.B. durch günstige Last Minute Angebote gesteuert - kommt es immer seltener vor, dass Sitze nicht verkauft werden. Dennoch gibt es immer noch Möglichkeiten, einen Zipfel des Glücks zu erhaschen. 

16. Fragen kostet nichts

Mit einem freundlichen Lächeln anzubieten, bei einer Überbuchung der Eco Klasse meinen Platz gegen einen in der Businessclass zu tauschen, hat mir bereits mehrfach zu einem angenehmen Flug verholfen. Habt Ihr keine wichtigen Termine am nächsten Tag, besteht auch die Möglichkeit, bei Überbuchung (und die kommen aufgrund der heutigen Auslastungs- und Kostenpolitik der Airlines häufiger vor als man denkt) auf einen späteren Flug umgebucht und zur Belohnung upgegraded zu werden. Einmal hatte ich sogar doppeltes Glück: Ich wurde beim Flug von Shanghai nach Düsseldorf nicht nur von meinem KLM Flug auf die Businessclass des Allianzpartners Air France umgebucht, sondern war sogar aufgrund der schnelleren Umsteigeverbindung über Paris früher zuhause als auf dem ursprünglich gebuchten Flug. 

17. Auf die Netiquette achten

Beim Thema upgrade gilt: immer höflich bleiben, niemals fordernd werden. Dies kann sonst schnell zum Bumerang werden und man landet auf dem schlechtesten Platz! Sehr ärgerlich ist auch, wenn der mögliche Aufstieg in die feine Gesellschaft an der ausgebeulten Jogginghose oder dem zu tief ausgeschnittenen Strandtop scheitert. Besonders asiatische Airlines aber auch die Qantas sind hier sehr konservativ. Erfahrene Upgrader haben für diesen Fall immer passende Ersatzkleidung im Handgepäck. Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sagt einfach, Ihr seid auf Hochzeitsreise - was natürlich gerade bei Alleinreisenden spezielle schauspielerische Fähigkeiten voraussetzt! 

18. Plant den Abflugtag stressfrei

Es ist kein guter Start, direkt vom Büro an den Flughafen zu fahren, den Kopf noch voll mit unerledigten Aufgaben und unbeantworteten Emails. Nehmt bereits einen Tag vorher frei, packt Euer Gepäck in Ruhe ohne etwas in der Hektik zu vergessen. Geht vorher noch joggen oder ins Fitnessstudio, sitzen könnt Ihr danach noch lange genug.

19. Essen vor dem Flug

Vermeidet bereits am Tag vor dem Flug - aus naheliegenden Gründen- Speisen die Zwiebeln, Hülsenfrüchte oder Kohl enthalten. Esst nicht zu viel und zu fettig. Der Kabinendruck wird ohnehin zu einem erhöhten Völlegefühl führen.

20. Trinken vor dem Flug

Trinkt vor dem Flug keinen Alkohol: der dehydriert und im schlimmsten Fall führt eine Alkoholfahne beim Check in zu peinlichen Diskussionen über die Flugtauglichkeit.

21. Seid rechtzeitig am Flughafen.

Plant einen Puffer bei der Fahrt zum Flughafen ein. Es gibt immer wieder nicht vorgesehene Verzögerungen bei der Anreise zum Flughafen. Und niemand hat Lust, bereits verschwitzt und entnervt einen langen Flug anzutreten. 

22. Nutzt den Baggage Drop

Habt Ihr bereits online eingecheckt, könnt Ihr Euer Gepäck an der (meist kürzeren und schnelleren) Schlange der Gepäckabgabe abgeben. Habt Ihr noch nicht eingecheckt, könnt Ihr jetzt noch versuchen, einen guten Platz zu erhalten, auch hier ist frühes Erscheinen dann von Vorteil. Einige Reisende haben die Strategie, das Gepäck möglichst spät einzuchecken, weil es dann am Zielort als erstes ausgeladen wird und zuerst auf dem Gepäckband erscheint. Ich habe diese Erfahrung jedoch nicht gemacht, mal klappt es, mal nicht.

23.Schlange richtig lesen

Bei der Sicherheits-und der Passkontrolle heißt es wie im Supermarkt, die Warteschlange zu lesen und die richtige zu wählen. Meidet die Schlange bei Familien mit Kindern, besonders mit Kinderwagen und die mit dem alten Ehepaar, das zum ersten Mal fliegt. Die Schlange mit vielen Geschäftsreisenden geht meist zügiger voran. Seid Ihr spät dran, fragt das Sicherheitspersonal, ob ihr die kürzere Businessclass-Schlange nutzen dürft.

24. Gut vorbereitet zum Security Check

Nutzt die Wartezeit in der Schlange bereits, Gürtel, Schlüssel und Geldbörse ins Handgepäck zu stopfen, die Winterjacke auszuziehen und den Laptop aus dem Rucksack zu nehmen. Natürlich habt Ihr Eure Wasserflasche bereits ausgetrunken und eure Toilettenartikel in einem durchsichtigen Plastikbeutel verstaut. Und das Schweizer Messer und das Feuerzeug sind im aufgegebenen Koffer.

25. Auf Metall verzichten

Legt Ihr keinen besonderen Wert auf engeren Körperkontakt mit den Sicherheitsbeamten, verzichtet im Vorfeld auf Kleidung mit Metallnieten oder Schnallen, auf Schuhe mit dicken Sohlen und auf üppigen Körperschmuck wie Ketten und Armbänder. So kommt Ihr meist "unberührt" durch die Fummelkontrolle.

26. Und nochmal Sicherheitscheck

Bei Flügen in die USA gibt es mittlerweile oft zwei Sicherheitskontrollen. Lasst dann ruhig den Gürtel aus und die Taschen leer, bevor ihr nach ein paar Minuten wieder von vorne anfangt, Euch zu entkleiden.

27. Nochmal auftanken

Habt Ihr Sicherheits- und Passkontrolle glücklich hinter Euch gelassen, nutzt die Gelegenheit, Euer Telefon und das Laptop nochmal aufzuladen. Oft gibt es extra hierfür eingerichtete Steckdosen. Füllt Eure leere Wasserflasche wieder auf, sofern es einen Wasserspender gibt, oder das Wasser in den Waschräumen Trinkwasser ist.

28. Nochmal auf die Toilette gehen

Ich befolge auch immer den alten Rat meiner Mutter und gehe nochmal auf die Toilette, auch wenn ich gar nicht muss. Ich hasse die engen und oft nicht sehr hygienischen Toiletten im Flugzeug.

29. Spät einsteigen

Sofern es kein Flug mit freier Sitzplatzwahl ist, lohnt es eigentlich nicht, bei der ersten Ankündigung zum Boarding aufzuspringen und die Tür zu belagern. Es sei denn, Ihr wart mehrere Wochen im Dschungel und möchtet eine der wenigen deutschsprachigen Zeitungen ergattern oder habt besonders sperriges Handgepäck, das Ihr in der Gepäckablage verstauen wollt. Ich versuche immer, möglichst spät "zu borden" uns genieße lieber noch die "frische Luft" der Wartehalle. 

30. Seid freundlich zum Personal

Schon beim Einsteigen ein freundliches Lächeln oder ein paar Nette Worte zum Kabinenpersonal können nicht schaden. Vielleicht braucht Ihr ja während des Fluges mal Hilfe. Eine Flasche Wasser zwischendurch, ein Extrakissen oder gar der Tausch auf einen besseren Sitzplatz können die Belohnung sein. Und wenn nicht - habt Ihr zumindest etwas für Euer Karma getan. 

31. Decke und Kissen

Nicht bei allen Flügen gibt es bereits auf jedem Sitzplatz eine Decke und ein Kissen. Sichert Euch diese dann frühzeitig, bevor der Vorrat aufgebraucht ist. Meinem Rücken tut es immer gut, wenn ich das Kissen in Hüfthöhe in den Sitz drücke.

32. Die richtige Kleidung

Es gibt ja nur zwei Temperaturen im Flugzeug: Eiskalt und Tropisch heiß. Der wichtigste Kleidertipp daher: Zwiebellook. Ich reise meist mit T-Shirt, leichtem, langärmliges Sweatshirt und Kapuzenjacke, die ich je nach Temperatur immer an und ausziehen kann. Und einer bequemen, weiten Hose. Ich fliege gerne mit ausgezogenen Schuhen und habe daher immer ein paar Wollsocken dabei. Für viele gehört auch ein Schal oder Halstuch zur Flugbekleidung.

33. Das gehört ins Handgepäck

Ich reise nie ohne mein aufblasbares Nackenkissen. Wer schon schlafen möchte, bevor das Licht gedimmt wird, dem kann eine Augenklappe helfen. Ebenso Kopfhörer oder Ohrenstöpsel (die im Zweifelsfall auch gegen allzu mitteilungsbedürftige Sitznachbarn helfen). Feuchtigkeitscreme und ein Fettstift helfen gegen die trockene Kabinenluft. Gegen die Langeweile helfen ein spannendes Buch und ein Laptop mit den Lieblingsfilmen. Denkt an Ersatzakku oder Ladekabel (sofern es eine Lademöglichkeit gibt). Ich bin kein Freund von Medikamenten, kenne aber Vielflieger, die nicht ohne Schlaftabletten und Melatonin Kapseln auf Reisen gehen. In meinem Handgepäck sind dagegen immer ein extra Paar Socken und eine Zahnbürste.

34. Richtig Essen

Denkt bereits bei der Flugbuchung daran, gegebenenfalls ein spezielles Essen zu reservieren. Nicht immer gibt es ein vegetarisches Essen in der Standardauswahl und auch Nicht-Vegetarier bevorzugen im Flugzeug manchmal die fleischlose Variante. Ob Gluten- oder Laktose frei, vegan, ob Mahlzeiten für Hindus oder Moslems, nichts ist unmöglich. Auf einem Flug in die USA saß ich einmal neben einem orthodoxen Juden und hätte mein ordinäres "chicken and rice" gerne gegen seine sehr lecker aussehende koschere Mahlzeit getauscht.

35. Notration organisieren

Ich habe auch immer etwas zu essen im Handgepäck, z.B. Nüsse, Trockenfrüchte oder einen Proteinriegel. Manchmal passen die Mahlzeiten an Bord nicht zum eigenen Biorhythmus. Oft sind die Pausen zwischen den Mahlzeiten flugzeitenbedingt sehr lang. Und wenn ich nachts hungrig aufwache bin ich meist zu faul, in der Bordküche um etwas zu essen zu betteln. Ach: und Kaugummi für den Druckausgleich.

36. Viel Trinken

Trotz meiner Abneigung gegen die Bordtoilette ist einer meiner Regeln: viel trinken, jedoch nur Getränke ohne Kohlensäure. Ich selbst bin kein strikter Verfechter von "kein Alkohol und kein Koffein während des Fluges". Und genieße beim Abendessen gerne ein Gläschen Chardonnay vor dem Schlafen, oder beim Frühstück (das je nach Flugstrecke und -zeit ja leider manchmal zu den unmöglichsten Zeitpunkten serviert wird) einen Kaffee. Meine Faustregel ist hier jedoch, Alkohol und Kaffee mit der doppelten Menge Wasser "nachzuspülen".

37. Antizyklischer Toilettengang

Womit wir bei der von mir ungeliebten Bordtoilette sind. Mein Tipp hier: Soweit irgend möglich, antizyklisch planen: Besucht die Toilette vor den Mahlzeiten oder bevor die Tabletts abgeräumt werden (dieses auf dem freien Nachbarsitz oder notfalls auf dem Boden zwischenlagern), oder morgens, bevor das Hauptlicht eingeschaltet wird. Zu diesen Zeitpunkten vermeidet ihr lange Warteschlangen vor den Toiletten und die Chance ist größer, eine mehr oder weniger gereinigte Bordtoilette vorzufinden. 

38. Keine Angst bei Turbulenzen

Wer unter Flugangst leidet, hat keinen Spaß daran, wenn es einmal zu Turbulenzen kommt. Ich habe einmal von dem Tipp einer Psychologin gehört, man solle dann die Augen schließen und sich vorstellen, mit einer Postkutsche über ein Kopfsteinpflaster zu fahren. Soll angeblich helfen. Ein genereller Tipp: Bei einer Sitzplatzwahl über den Flügeln sind die Turbolenzen etwas weniger stark zu fühlen. 

39. Jetlag vorbeugen

Dem Thema Jetlag könnte ich einen eigenen Artikel widmen. Daher an dieser Stelle nur mein Haupttipp: Stellt Eure Uhr bereits zu Beginn des Fluges auf die Zeit am Ankunftsort und versucht, Euren Schlaf- und Essrhythmus - soweit möglich - bereits an diese Zeit anzupassen.

40. Kleidung dem Ankunftsort anpassen

Vor der Landung solltet Ihr Euch auf das Klima am Zielort einstellen. Hat das Flugzeug eine Außenposition, ist es nicht angenehm, im dicken Winterpulli bei tropischer Hitze die Gangway hinab zu schreiten, oder noch schlimmer, in kurzer Hose und T-Shirt im Schneesturm über das Rollfeld zum wartenden Bus zu laufen.

41. Stopover richtig planen

Seid Ihr jetzt noch nicht am finalen Zielort, sondern erst beim Stopover, hier noch einige Stopover Tipps: Abhängig von den gesetzlichen Bestimmungen des Landes und den Regeln der Airlines gibt es Unterschiede. Erkundet Euch im Vorfeld darüber und richtet Euch entsprechend ein: Wird das Gepäck zum Zielort durchgecheckt oder muss es am Stopoverziel neu eingecheckt werden? Ist der Anschlussflug ein Inlandsflug, müsst Ihr meist bereits jetzt die Einreise- und Zollformalitäten durchlaufen. Dann sind die Anschlussflugzeiten entsprechend länger einzuplanen um Stress zu vermeiden.

42. Stopover Extras in Anspruch nehmen

Bei einem längeren Stopover kann es passieren, dass das Gepäck nicht sofort wieder neu eingecheckt werden kann, weil die Schalter noch geschlossen sind. Dann lohnt es sich, das Gepäck in einem Schließfach zu verstauen um sich freier bewegen zu können. Bei langen Stopovern bieten die Fluggesellschaften oft kostenfreie Stadtrundfahrten oder Hotelzimmer an. Erkundigt Euch bei der Buchung danach und lasst Euch die notwendigen Voucher hierfür geben.

43. Airport Lounge buchen

Bei einem längeren Stopover gönne ich mir meist den Luxus, eine Airport Lounge zu buchen. Auch wenn Ihr nicht Business fliegt, besteht meist die Möglichkeit, gegen Kosten Zutritt zu einer Lounge zu buchen. Dort könnt Ihr es Euch stressfrei bequem machen, Essen und Trinken, Duschen, saubere Toiletten nutzen, eure elektrischen Geräte aufladen, das Wlan nutzen… Die Kosten für den Eintritt sind dann schnell amortisiert.

44. Der Immigration Sprint

Seid Ihr an Eurem Zielort angekommen ist mein Tipp der "Immigration Sprint". In vielen Ländern sind die Einreiseformalitäten langwierig und / oder es gibt nur wenig Personal, so dass sich schnell lange Schlangen an den Einreiseschaltern bilden, wenn ein Flieger mit vielen Passagieren gelandet ist. Habt Ihr keine Lust, nach einem langen Flug noch einmal genauso lange in der Schlange zu stehen, lohnt der Immigration Sprint: Geht möglichst schnell und überholt so viele Eurer Mitflieger wie möglich. Verkneift Euch den Toilettengang oder den Gang in die Raucherzone bis hinter der Immigration. Oft machen nur wenige Minuten den Unterschied zwischen einer Stunde mehr oder weniger Schlange stehen.

45. Der Weg ist das Ziel

Der wichtigste Tipp zuletzt: Betrachtet den Flug nicht als notwendiges Übel sondern als Teil des Reiseerlebnisses. Genießt das Essen, einen guten Wein und den spannenden Film, den ihr immer schon sehen wolltet. Freut Euch auf die bevorstehende Reise beim Schmökern im Reiseführer oder freut Euch darauf, bald wieder zu Hause bei Euren Lieben zu sein. Dann vergeht auch der längste Flug wie im Flug.


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