Den Krüger im Mietwagen "erfahren"

Reisetipps Südafrika für Selbstfahrer

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Barbecue vor dem Rondavel

Die Vorteile, den Krügerpark mit dem Mietwagen zu erfahren liegen auf der Hand: für relativ wenig Geld könnt Ihr den ganzen Park bereisen und bestimmt selbst wohin und in welchem Tempo Ihr fahrt. Die 21 öffentlichen "Restcamps" sind über den ganzen Park verteilt und haben alles, was für die Safari benötigt wird. Meist übernachtet Ihr in "Rondavels", das sind einfache Rundhütten mit Schlaf- und Kochgelegenheiten. Es gibt ein Restaurant, einen Supermarkt und meist auch eine Tankstelle und einen Swimmingpool. In Skukuza und Letaba gibt es auch einen Bankautomaten. Nach Sonnenuntergang, wenn alle von ihren Tagestouren zurück im Camp sind, wird es voll in den Restaurants. Viel netter ist es aber, sich im Supermarkt mit Holzkohle, Fleisch und Getränken einzudecken und für sein eigenes Dinner zu sorgen. Vor jeder Rundhütte gibt es einen Grillplatz. Meine schönsten südafrikanischen Safarierinnerungen, sind die an die gemütlichen Abende am Grillfeuer, mit einem Stück Fleisch und einemkühlen Bier. Während von der anderen Seite des Zauns (ja, die Restcamps sind zum Park hin zur Sicherheit natürlich eingezäunt) das Brüllen eines Löwen aus der Dunkelheit herüberklingt. Kleiner Tipp: auf jeden Fall eine Taschenlampe oder besser noch eine Kopflampe einpacken, die Camps sind nur spärlich beleuchtet, wenn man nachts noch herumlaufen möchte.

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Früh Aufstehen lohnt: Elefantenfamilie beim Morgenspaziergang

Die Restcamps öffnen ihre Tore am Morgen vor Sonnenaufgang (Nov.-Jan.: 4.30h, Okt., Feb,-Mär.:5.30h, Apr.-Sep: 6.00h), so dass Ihr Eure Tour früh beginnen könnt, und die Chancen erhöht, in der Morgendämmerung viele Tiere zu sehen. Am Abend schließen die Camps je nach Jahreszeit zwischen 17.30h und 18.30h. Es ist also wichtig, die Tagesrouten entsprechend zu planen, denn nach Sonnenuntergang mit dem Mietwagen durch den Park zu fahren, ist nicht nur verboten sondern vor allem gefährlich. Da sich die genauen Öffnungszeiten immer mal ändern können und an den Außentoren des Parks je nach Monat teilweise abweichen, schaut die aktuellen Zeiten am besten hier nach: Eine andere Frage, die sich stellt: normaler PKW (2WD) oder Geländewagen (4WD)? Im Prinzip kann man die meisten Orte des Parks mit einem 2WD erreichen, da es ohnehin nicht erlaubt ist, abseits der ausgewiesenen Asphalt- oder Schotterstraßen zu fahren. Komfortabler, aber natürlich auch teurer ist ein Geländewagen. Der hat den Vorteil, dass Ihr höher sitzt und so einen besseren Überblick bei der Tierbeobachtung habt.

Wie findet Ihr die Tiere im Krüger Nationalpark?

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Blick aus dem Mietwagen: Begegnung am Straßenrand

Da der Krügerpark kein Zoo ist, gibt es keine festen Orte, wo Ihr mit Sicherheit einen Elefanten oder einen Löwen vor die Kamera bekommt. Ein Vorteil des Parks ist, dass die Tiere an den Autoverkehr gewöhnt sind, und oft auf oder direkt neben den Straßen unterwegs sind, so dass Ihr auch während der Fahrt bereits viele Tiere vor die Kameralinse bekommt. Die Hauptregel: Je langsamer Ihr fahrt, desto mehr Tiere werdet Ihr sehen. Im Park herrscht ohnehin eine Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 50 km/h, nicht nur zur Sicherheit der Tiere, auch zu eigenen, denn Ihr wollt die Tierwelt ja vor die Kamera und nicht vor die Kühlerhaube bekommen. Und schließlich ist besonders auch hier der Weg bereits das Ziel.

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Wildwechsel im Krügerpark, Löwe von rechts

Ein guter Anhaltspunkt ist immer, wenn ein anderes Auto oder gleich mehrere irgendwo am Straßenrand stehen. Meist ein sicheres Zeichen, dass sich unter einem Busch oder im hohen Gras am Straßenrand gerade etwas spannendes ereignet. Hier heißt es geduldig und höflich bleiben. Nichts ist ärgerlicher, als wenn sich ein neu ankommendes Fahrzeug wie ein Aasgeier zwischen das eigene Auto und das Tiermotiv drängt, und so die Sicht versperrt. Oder aber durch hektisches Hin-und Her Manövrieren die Tiere so lange stört, bis sie entnervt das Weitesuchen. Andererseits gehört es aber auch zum "Krüger-Knigge", dass man anderen Fahrzeugen die Chance bietet, einen Blick auf das Ereignis zuwerfen, und den eigenen Wagen etwas weiter zieht, wenn man genug gesehen hat. Ein absolutes no-go: Aussteigen oder weit aus dem Fenster lehnen, um einen besseren Winkel zum Fotografieren zu erreichen. So gewöhnt die Tiere auch an die Autos sind, sobald ein Mensch sich von der Silhouette des Fahrzeugs löst, greift der angeborene Jagdtrieb der wilden Tiere.

Die besten Orte im Krüger Park entdecken

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Happy Hippos: Flusspferde am Wasserloch

Heiße Tipps sind natürlich auch Wasserlöcher und Flussufer. Besonders am frühen Morgen und am Abend habt Ihr hier guten Chancen, viele Tiere zu sehen. Dort gibt es meist auch Raststellen und Parkbuchten, so dass Ihr in Ruhe den Motor abstellen und Ausschau halten kann. An den Parktoren und in den Restcamps gibt es oft Tafeln oder Bücher, in welchen die Ranger oder andere Touristen eintragen, wo sie wann, welche Tiere gesehen haben. Manchmal lohnt ein Blick in diese Listen, auch wenn die Tiere sich natürlich nicht daran gebunden fühlen, an einem Ort zubleiben, bis wir dort sind. Wenn aber zum Beispiel ein Löwe eine Antilope gerissen hat, kann es passieren, dass das Rudel sich eine Zeitlang an einem Ortaufhält, um das Mahl zu verspeisen und sich danach zu einem ausgiebigen Verdauungsschlaf niederlässt.

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Verkehrsstau auf afrikanisch: Elefantenherde blockiert die Straße

Wollt Ihr den ganzen Park besuchen, solltet Ihr Euch zwei Wochen Zeit nehmen. Aufgrund der Geschwindigkeitsbeschränkung von 50km/h auf asphaltierten und 40km/h auf Schotterstraßen kommt Ihr nur langsam voran. Ihr solltet ohnehin die Zeit zur Tierbeobachtung nutzen und steht dann schon mal ein paar Stunden an einem Wasserloch. Viele Besucher haben jedoch nur 3 bis 5 Tage Zeit. Dann ist es ratsam, sich auf eine oder zwei Regionen des Parks zu konzentrieren und diese intensiv und mit Muße zu erleben. Der Süden des Parks, südlich des Sabie Flusses ist touristisch am besten erschlossen. Er ist über vier Haupttore im Süden und Südwesten erreichbar und es gibt sieben verschiedene Restcamps. Meine Empfehlung: Das Lower Sabie Restcamp, es liegt in der Nähe der Grenze zu Mozambique, direkt am Sabie River. Auf der Aussichtsplattform dort konnten wir wunderbar entspannen und bei einem kühlen Drink den Blick über den Flussgenießen und haben einmal dabei einem Flusspferd beim Baden zugeschaut. Der Süden des Parks ist regenreicher und liegt höher als der restliche Park. Der Südosten gilt als die Region mit den besten Chancen, die "Big 5" zusehen. Ein Nachteil des Südens ist, dass aufgrund der leichten Zugänglichkeit dies auch die meistbefahrenste Region ist und Ihr nur selten bei der Tierbeobachtung unter Euch sein werdet.

Die schönsten Restcamps im Krüger Nationalpark

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Schwer zu finden: Wildhund im Krüger Nationalpark

Die mittlere Region des Parks zwischen Sabie River und Olifants River ist am besten über das Orpen Gate zu erreichen. Meine Campingempfehlung: Das Olifants Restcamp, majestätisch gelegen auf einem Plateau, den Olifants River überblickend (Olifant ist auf Afrikaans das Wort für Elefant). Es ist die Region des Graslandes und der offenen Savanne. Das ideale Gebiet für Raubtiere zum Jagen, so dass in diesem Teil des Parks die größte Löwenpopulation zu finden ist, sowie gute Chancenbestehen, die scheuen Geparden und Wildhunde in der offenen Savanne zu entdecken. Der Norden des Parks, nördlich des Olifants Rivers ist die am wenigsten besuchte und noch unberührte Region des Nationalparks. Das Klima ist hier trockener und die Vegetation weniger abwechslungsreich als im südlichen Teil des Parks. Der Norden des Parks ist verbunden mit dem Limpopo Nationalparkjenseits der Grenze zu Mozambique, und da die Tiere keine Einreiseformalitäten zu fürchten haben, ist das riesige zusammenhängende Gebiet ein ideales Habitat für die großen Elefantenherden.

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Alternative zum Camping: Übernachtung in einer exklusiven Lodge

Eine Mietwagentour mit Übernachtungen in den Restcamps ist perfekt, den Krügerpark authentisch und ganz nahe an der Natur zu erleben. Meine Empfehlung ist jedoch, zumindest auch mal eine Nacht in einer der komfortablen Safari Lodges zu übernachten. Eine völlig andere aber mindestens genauso spannende Erfahrung, die in keiner Krügertour fehlen sollte. In meinem Bericht Ein perfekter Safaritag im Krügerpark könnt Ihr lesen, wie so ein Tag in einer Safari Lodge aussieht und welche Lodges ich empfehlen kann. Allgemeine Reisetipps für Eure Tour findet Ihr im Bericht Südafrika: Klüger durch den Krüger.

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